Bluthochdruck

Blut­hoch­druck (Hy­per­to­nie) gilt als ei­ne der häu­figs­ten Kom­pli­ka­tio­nen wäh­rend der Schwan­ger­schaft. In mehr als 10 Pro­zent al­ler Schwan­ger­schaf­ten wird ein Blut­hoch­druck fest­ge­stellt, der zu Stress so­wohl bei der Mut­ter als auch beim Fö­tus füh­ren kann. Der Blut­druck spielt in der Schwan­ger­schaft ei­ne be­deu­ten­de Rol­le. Da­her wird bei je­dem Ter­min der Schwan­ger­schafts­vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen der Blut­druck kon­trol­liert.

Was ist nor­mal?

Wäh­rend ein Blut­druck bei jun­gen Frau­en nor­ma­ler­wei­se bei 120/80 mm Hg liegt und auch Ab­wei­chun­gen von bis zu 25 Pro­zent meist nor­mal sind, gilt ein Blut­druck in der Schwan­ger­schaft, der mehr­fach über 140/90 mm Hg liegt, als er­höht. In der Schwan­ger­schaft kann ein Blut­hoch­druck schon in die­sem Be­reich für die Mut­ter und das Un­ge­bo­re­ne sehr ge­fähr­lich wer­den.

Ur­sa­chen von Blut­hoch­druck wäh­rend der Schwan­ger­schaft

Hy­per­to­nie (Blut­hoch­druck) in der Schwan­ger­schaft hat meh­re­re be­kann­te Ur­sa­chen. Chro­ni­sche Hy­per­to­nie und Prä­e­klamp­sie/Eklamp­sie sind die zwei der häu­figs­ten Ur­sa­chen für er­höh­ten Blut­druck wäh­rend der Schwan­ger­schaft. Die ge­nau­en Ur­sa­chen der Prä­e­klamp­sie und Eklamp­sie sind un­be­kannt, aber wird an­ge­nom­men, dass der Blut­hoch­druck mit der Im­plan­ta­ti­onspha­se des Em­bryos zu tun hat. Wenn sich der Em­bryo in der Ge­bär­mut­ter ein­nis­tet, sind die Blut­ge­fä­ße in der Re­gel ru­hig und funk­tio­nie­ren ein­wand­frei. Bei Frau­en, die ei­ne Schwan­ger­schaft in­du­zier­te Hy­per­to­nie ha­ben, ver­en­gen sich die­se Blut­ge­fä­ße, wo­durch der Blut­druck an­steigt.

Dia­gno­se der Schwan­ger­schaft in­du­zier­ten Hy­per­to­nie

Bei je­der Schwan­ger­schafts­vor­sor­ge­un­ter­su­chung wird der Arztdie Ärz­tin oder die Heb­am­me die Vi­tal­funk­tio­nen von Mut­ter und Kind über­prü­fen. Wenn die Blut­druck­wer­te zu Be­ginn der Schwan­ger­schaft nor­mal warn und dann aber kon­se­quent stei­gen oder über 140/90 mmHg lie­gen, geht man von ei­ner Schwan­ger­schaft in­du­zier­ten Hy­per­to­nie aus.

Wer ist be­trof­fen?

Frau­en, die jün­ger sind als 20 oder äl­ter sind als 35 Jah­re ha­ben ein hö­he­res Ri­si­ko wäh­rend der Schwan­ger­schaft ei­nen er­höh­ten Blut­druck zu be­kom­men - eben­so Frau­en mit ei­ner Dia­be­tes, be­kann­tem Blut­hoch­druck, ei­ner Zwil­lings- oder Dril­lings­schwan­ger­schaft und Frau­en afri­ka­ni­scher Ab­stam­mung

Ho­her Blut­druck wäh­rend der Schwan­ger­schaft

Ein Blut­hoch­druck kann wäh­rend der Schwan­ger­schaft zu un­ter­schied­li­chen Zei­ten auf­tau­chen:

  • Ho­her Blut­druck schon vor der Schwan­ger­schaft
    Frau­en, die auch schon vor der Schwan­ger­schaft ei­nen ho­hen Blut­druck hat­ten, ha­ben ein hö­he­res Ri­si­ko für ei­nen kri­sen­haf­ten Schwan­ger­schafts­ver­lauf. Ei­ne eng­ma­schi­ge Über­wa­chung des Blut­drucks ist not­wen­dig, ge­ge­be­nen­falls auch ei­ne me­di­ka­men­tö­se Be­hand­lung wäh­rend der Schwan­ger­schaft.
  • Ho­her Blut­druck in den ers­ten Wo­chen der Schwan­ger­schaft
    Ist der Blut­druck im ers­ten drit­ten Drit­tel der Schwan­ger­schaft leicht er­höht, ist das oft harm­los - ei­ne Über­wa­chung ist aber not­wen­dig.
  • Ho­her Blut­druck nach der 20. Wo­che der Schwan­ger­schaft
    Ein ho­her Blut­druck im letz­ten Drit­tel der Schwan­ger­schaft kann ein Hin­weis auf ei­ne Ges­to­se oder ein Hellp-Syn­drom sein. Die Ges­to­se und das Hellp-Syn­drom sind be­hand­lungs­be­dürf­ti­ge und ge­fähr­li­che Kom­pli­ka­tio­nen in der Schwan­ger­schaft.

Drei ver­schie­de­ne Ar­ten der Schwan­ger­schafts Hy­per­to­nie

  • Schwan­ger­schafts-Blut­hoch­druck
    Die Schwan­ger­schafts­hy­per­to­nie oder der Schwan­ger­schafts-Blut­hoch­druck ist die häu­figs­te Form des er­höh­ten Blut­drucks in der Schwan­ger­schaft. Der er­höh­te Blut­druck wird meist im letz­ten Drit­tel (drit­ten Tri­mes­ter) der Schwan­ger­schaft dia­gnos­ti­ziert. Der er­höh­te Blut­druck ist dann das ein­zi­ge Sym­ptom.
  • Prä­e­klamp­sie
    Prä­e­klamp­sie hat die glei­chen Sym­pto­me wie der Schwan­ger­schafts-Blut­hoch­druck und wird auch im drit­ten Tri­mes­ter fest­ge­stellt. Zu­sätz­lich aber wird Pro­te­in im Urin fest­ge­stellt.
  • Eklamp­sie
    Eklamp­sie ist die schwers­te von al­len For­men des Blut­hoch­drucks in der Schwan­ger­schaft. Er wird erst spät in der Schwan­ger­schaft dia­gnos­ti­ziert. Das Ri­si­ko, auf­grund ei­ner un­be­han­del­ten Eklamp­sie An­fäl­le zu er­lei­den, die ins Ko­ma füh­ren kön­nen, ist deut­lich er­höht.

Die Sym­pto­me von Blut­hoch­druck in der Schwan­ger­schaft

Zu den Sym­pto­men ei­ner Schwan­ger­schaft in­du­zier­ten Hy­per­to­nie kön­nen ne­ben ei­nem er­höh­ten Blut­druck, ein ge­schwol­le­nes Ge­sicht oder/und ein ge­schwol­le­ner Hals, Ei­weiß im Urin, ei­ne Ge­wichts­zu­nah­me über das nor­ma­le Maß hin­aus, Seh­stö­run­gen, Kopf­schmer­zen, Ma­gen­schmer­zen, Übel­keit und Er­bre­chen ge­hö­ren.

Mög­li­che Kom­pli­ka­tio­nen von Blut­hoch­druck in der Schwan­ger­schaft

Zu den mög­li­chen Kom­pli­ka­tio­nen rund um den Blut­hoch­druck wäh­rend der Schwan­ger­schaft ge­hö­ren, un­dich­te Blut­ge­fä­ße, die in ver­schie­de­nen Tei­len des Kör­pers zu Schwel­lun­gen, Atem­not, Schwel­lun­gen der Le­ber, und Le­ber­schä­den füh­ren kön­nen. Dies kann auch das Ge­burtsge­wicht des Ba­bys be­ein­flus­sen.

Nach der Ge­burt

Nach­dem das Ba­by ge­bo­ren ist, wer­den die An­zei­chen und Sym­pto­me ei­ner Schwan­ger­schaft in­du­zier­te Hy­per­to­nie meist ver­schwin­den. Die Aus­wir­kun­gen des Blut­hoch­druck, kön­nen je­doch über die Schwan­ger­schaft hin­aus dau­ern. In sel­te­nen Fäl­len sind die Or­ga­ne, die durch den ho­hen Blut­druck wäh­rend der Schwan­ger­schaft ge­schä­digt wor­den sind, nicht in der La­ge zu hei­len. Dann muss die Mut­ter mit den Fol­gen wie Seh­pro­blem­ne, Le­ber-Krank­heit, Hirn­schä­di­gun­gen und HELLP-Syn­drom le­ben.