Chronische Erkrankungen: Asthma

Asth­ma (Asth­ma bron­chia­le) ist ei­ne chro­nisch, ent­zünd­li­che Er­kran­kung der Atem­we­ge und geht ein­her mit an­falls­wei­ser Atem­not, die sich in der Form von Hus­ten­an­fäl­len, En­ge­ge­fühl in den Bron­chi­en, im Brust­korb oder im Hals äu­ßern kann. Die Atem­wegsver­en­gung wird durch ver­mehr­te Se­kre­ti­on von Schleim, Ver­kramp­fung der Bron­chi­al­mus­ku­la­tur und Bil­dung von Öde­men der Bron­chi­al­schleim­haut ver­ur­sacht.
Et­wa fünf bis sie­ben Pro­zent der Be­völ­ke­rung lei­den an Asth­ma.

Ur­sa­chen

Man un­ter­schei­det das all­er­gi­sche (ex­trin­si­sche) Asth­ma vom nicht-all­er­gi­schen Asth­ma. Bei der Mehr­heit der Be­trof­fe­nen liegt ei­ne Misch­form vor.

  • all­er­gi­sches Asth­ma
    Das all­er­gi­sche Asth­ma wird durch äu­ße­re Rei­ze (so­ge­nann­te All­er­ge­ne) aus­ge­löst, die die Atem­wegsver­en­gung aus­lö­sen.
  • nicht-all­er­gi­sches Asth­ma
    Das nicht-all­er­gi­sche Asth­ma wird durch an­de­re Rei­ze, wie z.B. In­fek­tio­nen oder Me­di­ka­men­tenun­ver­träg­lich­keit aus­ge­löst.

Me­di­ka­men­te

Die meis­ten Asth­ma­ti­ker kön­nen heu­te dank mo­der­ner Me­di­ka­men­te wei­test­ge­hend ein be­schwer­de­frei­es Le­ben füh­ren. Ziel der The­ra­pie ist es

  1. wei­te­re An­fäl­le zu ver­hin­dern und
  2. die Lun­gen­tä­tig­keit zu nor­ma­li­sie­ren.


Um das zu er­rei­chen, gibt es zwei Me­di­ka­men­ten­grup­pen:

  • Die "Re­lie­ver" be­kämp­fen die Atem­not wäh­rend ei­nes An­falls, in­dem sie die Bron­chi­en so­fort er­wei­tern.
  • Die "Con­trol­ler" hin­ge­gen stop­pen lang­fris­tig Ent­zün­dun­gen.


Da­mit sie zu­ver­läs­sig wir­ken kön­nen müs­sen bei­de Me­di­ka­men­te re­gel­mä­ßig ein­ge­nom­men wer­den. Häu­fig han­delt es sich da­bei um kor­ti­son­hal­ti­ge Arz­nei­mit­tel.

Ne­ben­wir­kun­gen von Kor­ti­son
Doch ge­ra­de mit den "Con­trol­ler"-Me­di­ka­men­ten tun sich Pa­ti­en­ten häu­fig schwer, nicht nur, weil Kor­ti­son ei­nen schlech­ten Ruf hat. Die Angst vor schwe­ren Ne­ben­wir­kun­gen wie Kno­chen­schwund, Zu­cker­krank­heit, star­ker Ge­wichts­zu­nah­me, grau­em oder grü­nem Star führt da­zu, dass vie­le die Fin­ger von "Con­trol­lern" las­sen. Die­se Be­den­ken stam­men aber noch aus ei­ner Zeit, in der sich Ärz­te bei der Do­sie­rung von Kor­ti­son schwer ta­ten.

Asth­ma wäh­rend der Schwan­ger­schaft

Wenn sie schwan­ger sind, fra­gen sich die meis­ten Asth­ma­ti­ke­rin­nen, ob sie auch wei­ter­hin ih­re Asth­ma-Me­di­zin ein­neh­men soll­ten. Sie be­fürch­ten, dass das Un­ge­bo­re­ne durch die Me­di­ka­men­te ge­schä­digt wer­den könn­te. Jetzt gilt es be­son­nen ab­zu­wä­gen.

Wäh­rend der Schwan­ger­schaft ver­sorgt die Pla­zen­ta über das müt­ter­li­che Blut das Kind mit Sau­er­stoff. Ver­kramp­fen sich die Atem­we­ge der Mut­ter bei ei­nem Asth­ma­an­fall, sinkt der Sau­er­stoff­ge­halt im müt­ter­li­chen Blut. Das könn­te für das Un­ge­bo­re­ne zu ei­nem Sau­er­stoff­man­gel füh­ren.

Wäh­rend der Schwan­ger­schaft geht es Asth­ma­ti­ke­rin­nen oft bes­ser, sie ha­ben we­ni­ger An­fäl­le und be­kom­men bes­ser Luft. 4-6 Wo­chen nach der Ent­bin­dung, wenn sich der Hor­mon­haus­halt der Frau wie­der um­stellt, ist je­doch mit er­höh­tem Auf­tre­ten von Asth­ma­an­fäl­len zu rech­nen. Des­we­gen soll­te die Frau sich in die­ser Zeit selbst gut be­ob­ach­ten, um die The­ra­pie recht­zei­tig wie­der zu in­ten­si­vie­ren und so wei­te­ren An­fäl­len vor­zu­beu­gen.

Rich­tig ein­ge­stellt sind Asth­ma­me­di­ka­men­te eher hilf­reich

Kor­ti­son­s­pray und an­de­re rasch wir­ken­de Me­di­ka­men­te - das ist durch zahl­rei­che Stu­di­en be­legt - ha­ben kei­nen Ein­fluss auf die Ent­wick­lung des Kin­des. Die Deut­sche Atem­wegsli­ga rät da­zu, schon zu Be­ginn der Schwan­ger­schaft ei­nen Lun­gen­funk­ti­ons­test durch­zu­füh­ren zu las­sen und die­sen in drit­ten Tri­mes­ter re­gel­mä­ßig zu wie­der­ho­len. Ei­ne Blut­gas­ana­ly­se be­stimmt die Sau­er­stoff­sät­ti­gung. So kann der Arztdie Ärz­tin recht­zei­tig er­ken­nen, wenn das Asth­ma die Sau­er­stoff­ver­sor­gung zu sehr be­ein­träch­tigt.

Üb­ri­gens ha­ben Kin­der, de­ren Müt­ter wäh­rend der Schwan­ger­schaft rau­chen, ein um 30% er­höh­tes Ri­si­ko, im Ju­gend­al­ter an Asth­ma zu er­kran­ken.

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