Chronische Erkrankungen: Herzerkrankung

Herz­er­kran­kun­gen sind im Zu­sam­men­han­ge mit ei­ner Schwan­ger­schaft ei­ne der Haupt­grün­de für die Müt­ter­sterb­lich­keit.

Häu­fig­keit von Herz­er­kran­kun­gen in der Schwan­ger­schaft

Von hun­dert Schwan­ge­ren sind rein sta­tis­tisch et­wa 1-3 von ei­ner Herz­er­kran­kung be­trof­fen. Frü­her war ei­ne Herz­er­kran­kung in der Schwan­ger­schaft we­sent­lich ge­fähr­li­cher als heu­te. Ins­be­son­de­re wenn das funk­tio­nel­le Leis­tungs­ver­mö­gen des Her­zens deut­lich ein­ge­schränkt war, kam
es frü­her häu­fig zu To­des­fäl­len. Ei­ne neue Her­aus­for­de­rung ist die Tat­sa­che, dass heu­te mehr Frau­en
mit an­ge­bo­re­nen Herz­er­kran­kun­gen als frü­her über­haupt das ge­bär­fä­hi­ge Al­ter er­rei­chen. Dies macht ei­ne en­ge Zu­sam­men­ar­beit un­ter­schied­li­cher me­di­zi­ni­scher Fach­dis­zi­pli­nen er­for­der­lich. Frau­en mit ei­nem Herz­feh­ler soll­ten sich am bes­ten schon vor Ein­tritt der Schwan­ger­schaft so­wohl mit ih­rem be­han­deln­den Haus­arztih­rer be­han­deln­den Haus­ärz­tin als auch mit dem be­han­deln­den Gy­nä­ko­lo­gender be­han­deln­den Gy­nä­ko­lo­gin über die wei­te­re The­ra­pie ab­spre­chen.

Frü­her wa­ren Herz­er­kran­kun­gen Im Vor­der­grund ste­hen an­ge­bo­re­ne Herz­feh­ler, Herz­mus­kel- und
Herz­klap­pen­er­kran­kun­gen so­wie Herz­rhyth­mus­stö­run­gen.

Sym­pto­me

Die ers­ten Sym­pto­me ei­ner Herz­er­kran­kung sind in der Re­gel Atem­not, Schwin­del oder Brust­schmer­zen. Auf­grund der er­höh­ten Be­las­tung durch das er­höh­te Blut­vo­lu­men kön­nen Sym­pto­me wie Atem­not oder Schwin­del völ­lig nor­mal sein. In­for­mie­ren Sie Ih­ren ArztIh­re Ärz­tin wenn ...

  • Sie kurz­at­mig sind, vor al­lem dann, wenn dies Zu­stän­de für Sie neu sind.
  • Sie sich un­wohl füh­len.
  • Ih­re kör­per­li­che Be­last­bar­keit deut­lich ab­ge­nom­men hat.
  • Sie Brust­schmer­zen ha­ben.
  • Sie be­mer­ken, dass Sie Was­ser­ein­la­ge­run­gen ha­ben und Ih­re Ar­me und Hän­de an­schwel­len.

Dia­gno­se

Der be­han­deln­de ArztDie be­han­deln­de Ärz­tin wird Sie zu­nächst un­ter­su­chen, u.a. mit Hil­fe ei­ner Ul­tra­schall­un­ter­su­chung des Her­zens (EKG). Nach den Un­ter­su­chun­gen wird die Herz­er­kran­kung in Ab­hän­gig­keit der Un­ter­su­chungs­er­geb­nis­se ein­ge­stuft

  • Wel­cher Teil des Her­zens ist be­trof­fen?
  • Wie schwer­wie­gend ist der be­schä­dig­te Herz­teil?
  • Ist der Herz­schlag re­gel­mä­ßig?
  • Sind die Sym­pto­me an­ge­bo­ren oder er­wor­ben?

Klas­si­fi­zie­rung

Die New York Heart As­so­cia­ti­on (NY­HA) hat ei­ne funk­tio­na­le Klas­si­fi­zie­rung von Herz­er­kran­kun­gen her­aus­ge­ge­ben:

  • NY­HA I
    Herz­er­kran­kung oh­ne kör­per­li­che Li­mi­ta­ti­on. All­täg­li­che kör­per­li­che Be­las­tung ver­ur­sacht kei­ne in­ad­äqua­te Er­schöp­fung, kei­ne Rhyth­mus­stö­run­gen, kei­ne Luft­not oder An­gi­na pec­to­ris.
  • NY­HA II
    Herz­er­kran­kung mit leich­ter Ein­schrän­kung der kör­per­li­chen Leis­tungs­fä­hig­keit. Kei­ne Be­schwer­den in Ru­he. All­täg­li­che kör­per­li­che Be­las­tung ver­ur­sacht Er­schöp­fung, Rhyth­mus­stö­run­gen, Luft­not oder An­gi­na pec­to­ris.
  • NY­HA III
    Herz­er­kran­kung mit hö­her­gra­di­ger Ein­schrän­kung der kör­per­li­chen Leis­tungs­fä­hig­keit bei ge­wohn­ter Tä­tig­keit. Kei­ne Be­schwer­den in Ru­he. Ge­rin­ge kör­per­li­che Be­las­tung ver­ur­sacht Er­schöp­fung, Rhyth­mus­stö­run­gen, Luft­not oder An­gi­na pec­to­ris.
  • NY­HA IV
    Herz­er­kran­kung mit Be­schwer­den bei al­len kör­per­li­chen Ak­ti­vi­tä­ten und in Ru­he. Bett­lä­ge­rig­keit.1 New York Heart As­so­cia­ti­on-Clas­si­fi­ca­ti­on (NY­HA-Clas­si­fi­ca­ti­on): Sta­di­en­ein­tei­lung

  

Tipps für für Frau­en mit be­kann­ten Herz­er­kran­kun­gen in der Schwan­ger­schaft

  • In­for­mie­ren Sie sich ge­nau, wel­che Herz­er­kran­kun­gen Sie ha­ben.
  • In­for­mie­ren Sie sich über die Wir­kung der Herz­er­kran­kung auf die Schwan­ger­schaft und die Aus­wir­kun­gen der Schwan­ger­schaft auf die Herz­er­kran­kun­gen.
  • Su­chen Sie ei­nen Ge­burtshel­ferei­ne Ge­burts­hel­fe­rin für Ri­si­ko­schwan­ger­schaften und ei­nen Kardiologenei­ne Kar­dio­lo­gin auf.
  • Falls die Mut­ter ei­ne an­ge­bo­re­ne Herz­er­kran­kung hat, gibt es ein er­höh­tes Ri­si­ko, dass der Fö­tus auch ei­ne Herz­er­kran­kung hat. Hat die Mut­ter, ei­nen an­ge­bo­re­nen Herz­feh­ler hat, so ist das Ri­si­ko von an­ge­bo­re­nen Herz­feh­lern beim Ba­by et­wa zwei bis fünf Pro­zent - al­so et­wa dop­pelt so hoch , wie bei nicht kran­ken Müt­tern. Wenn ein oder meh­re­re wei­te­re Ge­schwis­ter ei­ne an­ge­bo­re­ne Herz­er­kran­kung ha­ben steigt das Ris­ko für das Ba­by deut­lich an.
  • Ein Echo­gram des Kin­des et­wa in der 20 bis 22 Schwan­ger­schafts­wo­che kann her­aus­fin­den, ob das kind­li­che Herz ei­ne Fehl­bil­dung hat.
  • Ver­mei­den Sie über­mä­ßi­ge Ge­wichts­zu­nah­me, und er­näh­ren Sie sich ge­sund
  • Tei­len Sie je­de we­sent­li­che Ge­wichtsän­de­rung oder ir­gend­wel­che auf­fäl­li­gen Sym­pto­me wie Atem­not Ih­rem ArztIh­rer Ärz­tin mit.
  • Ver­mei­den Sie an­stren­gen­de kör­per­li­che Ak­ti­vi­tät. Be­spre­chen Sie mit Ih­rem ArztIh­rer Ärz­tin, was Sie tun kön­nen oder blei­ben las­sen soll­ten.
  • Spre­chen Sie vor der Ge­burt mit Ih­rem An­äs­the­sis­tenIh­rer An­äs­the­sis­tin, für den Fall dass für die Ent­bin­dung ei­ne Nar­ko­se not­wen­dig sein wird.
  • Ach­ten Sie wäh­rend der We­hen, der Ge­burt und spe­zi­ell nach der Ge­burt auf An­zei­chen von Herz­schwä­che.
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