Frühgeburt

Als Früh­ge­burt wird die Ge­burt ei­nes le­ben­den Kin­des vor der Voll­endung der 37. Schwan­ger­schaftswo­che de­fi­niert. Auf hun­dert Schwan­ger­schaf­ten kommt es zu et­wa fünf bis sie­ben Früh­ge­bur­ten. Bei Zwil­lings­schwan­ger­schaf­ten kommt es in et­wa 60 Pro­zent zu Früh­ge­bur­ten. Die meis­ten Ba­bys, die vor der 37. Schwan­ger­schafts­wo­che ge­bo­ren wer­den, wie­gen un­ter 2.500 Gramm. Die Über­le­bens­chan­cen der früh­ge­bo­re­nen Ba­bys hän­gen we­ni­ger vom Ge­burts­ge­wicht ab als vom Schwan­ger­schafts­al­ter. Je frü­her sie ge­bo­ren wer­den, des­to un­rei­fer sind ih­re Or­gan­funk­tio­nen.

Ur­sa­chen von Früh­ge­bur­ten

Es gibt zahl­rei­che mög­li­che Grün­de für ei­ne Früh­ge­burt, aber häu­fig ist die tat­säch­li­che Ur­sa­che der Früh­ge­burt gar nicht fest­zu­stel­len. Nicht sel­ten liegt die Ur­sa­che bei der Mut­ter. Schuld sein kön­nen u.a. auch die so­zia­len Ver­hält­nis­se, in der die Mut­ter lebt oder ihr Al­ter (sehr jun­ge und äl­te­re Frau­en ha­ben ei­ne er­höh­te Früh­ge­bur­ten­ra­te). Ur­sa­che ei­ner Früh­ge­burt ist häu­fig, wenn die Frucht­bla­se platzt. Der vor­zei­ti­ge Bla­sen­sprung löst meist We­hen aus, die zu ei­ner früh­zei­ti­gen Ent­bin­dung füh­ren.

Ri­si­ko­fak­to­ren

Ei­ne Früh­ge­burt wird häu­fig aus­ge­löst, wenn die Schwan­ge­re

Schon ei­ner die­ser Fak­to­ren er­höht das Früh­ge­burts­ri­si­ko. Auch bei Ge­bur­ten in sehr kur­zen Ab­stän­den oder wenn die Ge­sund­heit der Schwan­ge­ren an­ge­grif­fen ist, er­höht sich das Ri­si­ko ei­ner Früh­ge­burt, eben­so wenn auch nur ei­ne der fol­gen­den Er­kran­kun­gen vor­liegt:

Wäh­rend der Schwan­ger­schafts­vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen sol­len die An­zei­chen ei­ner dro­hen­den Früh­ge­burt wie vor­zei­ti­ge We­hent­ä­tig­keit oder man­geln­der Ver­schluss des Mut­ter­munds er­kannt und be­han­delt wer­den. Be­son­de­re Auf­merk­sam­keit wird der Arztdie Ärz­tin den Mehr­lings­schwan­ger­schaf­ten wid­men.

Geht es dem Fe­tus gut, wer­den die Be­mü­hun­gen des Arz­tesder Ärz­tin dar­auf ab­zie­len, die Zeit des Un­ge­bo­re­nen im Mut­ter­leib zu ver­län­gern. Je län­ger der Fe­tus sich in der Ge­bär­mut­ter ent­wi­ckeln kann, um so bes­ser sind sei­ne Aus­sich­ten, die ers­te Le­bens­pha­se oh­ne Pro­ble­me zu über­ste­hen.

Häu­fig­keit

Et­wa 60 Pro­zent al­ler Zwil­lin­ge und 90 Pro­zent al­ler Dril­lin­ge wer­den vor der 37. Schwan­ger­schafts­wo­che ge­bo­ren. Die Län­ge der Schwan­ger­schaft nimmt mit der An­zahl der Kin­der, die gleich­zei­tig ge­bo­ren wer­den, zu. Durschchnitt­lich dau­ert die Schwan­ger­schaft mit ei­nem Kind et­wa 40 Wo­chen, die Schwan­ger­schaft mit Zwil­lin­gen dau­ert durch­schnitt­lich 36 Wo­chen, die mit Dril­lin­gen 32 Wo­chen, die mit Vier­lin­gen 30 Wo­chen und mit Fünf- und Mehr­lin­gen et­wa 29 Wo­chen.

Ent­schei­den­de Kli­nik­wahl

Der­zeit (De­zem­ber 2011) wird in der Me­di­zin und in der Po­li­tik hef­tig dis­ku­tiert, ob das Über­le­ben ei­nes zu früh ge­bo­re­nen Kin­des da­von ab­hängt, in wel­cher Kli­nik die Mut­ter ent­bin­det. Klar ist: je frü­her sich die Ent­bin­dung an­kün­digt, um so wich­ti­ger ist ei­ne sach­kun­di­ge Erst­ver­sor­gung des un­rei­fen Neu­ge­bo­re­nen durch ei­nenei­ne spe­zia­li­sier­ten Kin­der­arzt (Neo­na­to­lo­ge)spe­zia­li­sier­te Kin­der­ärz­tin (Neo­na­to­lo­gin) und die an­schlie­ßen­de Be­hand­lung auf ei­ner Früh­ge­bo­re­nen-In­ten­siv­sta­ti­on.

Be­trägt die Schwan­ger­schafts­dau­er we­ni­ger als 34 Wo­chen, dann ist die Lun­gen­funk­ti­on noch so un­voll­kom­men, dass nach der Ge­burt schwe­re Atem­stö­run­gen auf­tre­ten. Durch ei­ne Un­ter­su­chung des Frucht­was­sers lässt sich die Lun­gen­rei­fe ei­nes Un­ge­bo­re­nen fest­stel­len. Wenn die Ge­burt noch ein we­nig ver­zö­gert wer­den kann und so­mit noch aus­rei­chend Zeit für ei­ne Be­hand­lung bleibt, wird die Aus­rei­fung der Lun­ge durch Me­di­ka­men­te be­schleu­nigt. Ein viel zu leich­tes und le­bens­schwa­ches Kind be­darf noch im Kreiß­saal ei­ner in­tern­siv­me­di­zi­ni­schen Be­hand­lung.

Sanf­te Ge­burt

Für ein un­rei­fes Ba­by, das zu früh auf die Welt kommt, muss die Ge­burt auf be­son­ders scho­nen­de Wei­se er­fol­gen. Der ArztDie Ärz­tin wird ei­ne Me­tho­de wäh­len, bei der ein ge­rin­ger Druck auf den noch wei­chen Kopf des Kin­des aus­ge­übt wird - un­ter Um­stän­den ei­ne Kai­ser­schnit­t­ent­bin­dung.