Blutuntersuchung: Rhesus Faktor

Ne­ben den ✎ Blut­grup­pen gibt es noch ver­schie­de­ne Un­ter­grup­pen und an­de­re Blut­fak­to­ren. Ei­ner da­von ist der Rhe­sus­fak­tor. Der Rhe­sus-Fak­tor (Rh) ist ei­ne erb­li­che, nach­weis­ba­re Ei­gen­schaft der Blut­grup­pe. Der Rhe­sus-Fak­tor kann po­si­tiv oder ne­ga­tiv sein.

Sta­tis­tik

Et­wa 85 Pro­zent der Be­völ­ke­rung ist Rh-po­si­tiv (Rh-pos. oder D+) und et­wa 15 Pro­zent sin­d Rh-ne­ga­tiv (Rh-neg. oder D-). Ist die Mut­ter Rh-ne­ga­tiv und der Va­ter Rh-po­si­tiv, so wird das Kind aus die­ser Ver­bin­dung Rh-po­si­tiv sein, was in et­wa et­wa zehn Pro­zent der Schwan­ger­schaften vor­kommt.

Ver­tei­lung Rhe­sus­fak­tor und Blut­grup­pe

Blut­grup­pe

Rh-Po­si­tiv

Rh-Ne­ga­tiv

0

38,4%

7,7%

A

32.3%

6,5%

B

9,4%

1.7%

AB

3.2%

0.7%

Die meis­ten Men­schen ha­ben die Blut­grup­pe 0+ oder A+ und am sel­tens­ten kommt AB- vor.

Un­ter wei­ßen Eu­ro­pä­ern sind et­wa 16% Rh-ne­ga­tiv und 84% Rh-po­si­tiv. In an­de­ren Po­pu­la­tio­nen die­ser Welt ist der An­teil der Rh-ne­ga­ti­ven viel ge­rin­ger; bei Afri­ka­nern sind nur 9 von 10.000 Rh-ne­ga­tiv, und bei den nicht-eu­ro­päi­schen Nicht-Afri­ka­nern nur 1 von 10.000.

In den USA sind et­wa 15% der Ge­samt­be­völ­ke­rung Rh-ne­ga­tiv, fast 20% der eu­ro­päisch­stäm­mi­gen Ame­ri­ka­ner sind es und et­wa 5 bis 10% der Afro­ame­ri­ka­ner. We­ni­ger als 1% der Asia­ten und der Ur­be­völ­ke­rung sind Rh-ne­ga­tiv.

Rh-ne­ga­ti­ve Müt­ter: auf­ge­passt!

Bei der Blut­un­ter­su­chung, die Be­stand­teil der prä­na­ta­len Dia­gnos­tik ist, wird u.a. der Rhe­sus-Fak­tor der Mut­ter er­mit­telt. Wenn die Mut­ter Rhe­sus-ne­ga­tiv und der Fö­tus Rhe­sus-po­si­tiv ist, kann es sein, dass die Mut­ter An­ti­kör­per ge­gen das ei­ge­ne Kind im Blut bil­det oder schon von ei­ner frü­he­ren Schwan­ger­schaft im Blut hat. Dies kann zu Be­hin­de­run­gen und so­gar zum Tod des Kin­des füh­ren. Ei­ne Ver­mi­schung des Blu­tes kann bei der Ge­burt, bei ei­ner Am­nio­zen­te­se oder bei ei­ner an­de­ren auch ge­ring­fü­gi­gen Ver­let­zung der Mem­bran statt­fin­den.

Beim ers­ten Ba­by ist die Ge­fahr für das Ba­by ge­ring, da die Mut­ter wahr­schein­lich zum ers­ten Mal mit Rh-po­si­ti­vem Blut in Kon­takt ge­kom­men ist und ent­we­der kei­ne o­der nur sehr we­ni­ge Rhe­su­s­an­ti­kör­per ge­bil­det hat. Bei ei­ner zwei­ten Schwan­ger­schaft kön­nen die­se An­ti­kör­per die Blut­zel­len ei­nes zwei­ten Rh-po­si­ti­ven Kin­des an­grei­fen und für die­ses Kind le­bens­ge­fähr­lich wer­den.

An­ti-D-Pro­phy­la­xe

Heu­te sorgt man da­für, dass Rh-ne­ga­ti­ve Müt­ter kei­ne die­ser An­ti­kör­per bil­den, in­dem man ei­ne so­ge­nann­te An­ti-D-Pro­phy­la­xe durch­führt.

Rh-Fak­tor Test und An­ti-D-Pro­phy­la­xe

Wenn der ers­te Blut­test bei ei­ner Rh-Ne­ga­ti­ven Frau ne­ga­tiv aus­fiel, er­folgt in der 24. bis 27. Schwan­ger­schafts­wo­che ei­ne wei­te­re Kon­trol­le. Sind wie­der kei­ne An­ti­kör­per nach­weis­bar, wird der Mut­ter vor­sorg­lich An­ti-D Im­mun­glo­bu­lin ver­ab­reicht. Die­ses ver­hin­dert ei­ne Sen­si­bi­li­sie­rung durch mög­li­cher­wei­se in den Kreis­lauf ein­ge­schwemm­te kind­li­che Blut­zel­len. Die An­ti-D-Pro­phy­la­xe wird auch bei ei­ner Am­nio­zen­te­se, Cho­ri­on­z­ot­ten­bi­op­sie, bei Blu­tun­gen in der Früh­schwan­ger­schaft, und nach der Ge­burt durch­ge­führt (wenn die kind­li­che Blut­grup­pe aus dem Na­bel­schnur­blut be­stimmt wur­de und wenn das Kind Rh-po­si­tiv ist).

Wenn im ers­ten Test be­reits An­ti­kör­per nach­ge­wie­sen wur­den, wer­den die­se ge­nau­er un­ter­sucht, um fest­zu­stel­len, wo­ge­gen die An­ti­kör­per sich rich­ten. Es gibt für die Schwan­ger­schaft un­ge­fähr­lich An­ti­kör­per und für das Kind le­bens­ge­fähr­li­che An­ti­kör­per. Je nach Art der An­ti­kör­per wird der Arztdie Ärz­tin den Zeit­punkt wei­te­rer Un­ter­su­chun­gen fest­le­gen.

Un­ser in­ter­ak­ti­ver Blut­grup­pen-Rech­ner

Sie ha­ben Blut­grup­pe A, Ihr Mann hat Blut­grup­pe B. Wel­che Blut­grup­pe wird Ihr Kind ha­ben kön­nen?

Wir rech­nen dies hier für Sie aus:

Blut­un­ter­su­chung: Rhe­sus Fak­tor