Makrosomie

Als feta­le Ma­kro­so­mie be­zeich­net man ei­ne un­ver­hält­nis­mä­ßi­ge Grö­ße von Kör­per­tei­len oder Or­ga­nen. Schwan­ger­schaften mit ei­ner feta­len Ma­kro­so­mie sind Ri­si­ko­schwan­ger­schaften.

De­fi­ni­ti­on der feta­len Ma­kro­so­mie

Die Ma­kro­so­mie ist de­fi­niert als ein Ge­burtsge­wicht ober­halb der 95. Per­zen­ti­le (4.350 g). Sie kann nur nach der Ge­burt dia­gnos­ti­ziert wer­den, un­ab­hän­gig von ver­schie­de­nen Ul­tra­schallmes­sun­gen, die vor der Ge­burt statt­ge­fun­den ha­ben.

Ur­sa­che der feta­len Ma­kro­so­mie

Die Ur­sa­chen für ei­ne feta­le Ma­kro­so­mie sind viel­fäl­tig. Zu den Ur­sa­chen und Ri­si­ko­fak­to­ren ge­hö­ren u.a.

Sta­tis­tik

Et­wa zwei Pro­zent al­ler adi­pö­sen Schwan­ge­ren mit ei­nem BMI zwi­schen 26 und 29 be­kom­men rein sta­tis­tisch ma­kro­so­me Neu­ge­bo­re­ne mit ei­nem Ge­burts­ge­wicht von mehr als 4.500 g. Ein BMI von mehr als 29 lässt die Wahr­schein­lich­keit auf et­wa 3,5 Pro­zent an­stei­gen.
Ver­län­ger­te Schwan­ger­schaft und zeit­li­che Über­tra­gung: Ei­ne Stu­die be­legt, dass die Häu­fig­keit von Ma­kro­so­mie nach der 40. Schwan­ger­schafts­wo­che zu­nimmt.
Mul­ti­pa­ri­tät: Ma­kro­so­me Neu­ge­bo­re­ne wer­den si­gni­fi­kant häu­fi­ger von Frau­en ge­bo­ren, die zu­vor schon meh­re­re Kin­der ge­bo­ren ha­ben.

Fol­gen der feta­len Ma­kro­so­mie

Vie­le Ärz­te ra­ten bei ma­kro­so­men Fö­ten von ei­ner va­gi­na­len Ge­burt ab, da wäh­rend der Ge­burt die Be­las­tun­gen für Mut­ter und Kind zu groß sind. Es hat sich ge­zeigt, dass bei ma­kro­so­men Fe­ten ober­halb von 4.000 bis 4.500 g wäh­rend der va­gi­na­len Ge­burt ein 2,5 fach hö­he­res Ri­si­ko ei­ner neu­ro­lo­gisch be­ding­ten Stö­rung durch Schä­di­gung des Ple­xus bra­chia­lis (auf­grund ei­ner Schul­ter­dys­to­kie) be­steht, als bei nor­mal­ge­wich­ti­gen Fö­ten.

Ma­nage­ment bei feta­ler Ma­kro­so­mie

Ge­bur­ten von ma­kro­so­men Kin­dern sind Ri­si­ko­ge­bur­ten und soll­ten in Pe­ri­na­ta­l­zen­tren von er­fah­re­nen Ge­burts­hel­fernGe­burts­hel­fe­rin­nen durch­ge­führt wer­den. Mit den fol­gen­den müt­ter­li­chen und kind­li­chen Kom­pli­ka­ti­on muss häu­fi­ger ge­rech­net wer­den:

  • Schul­ter­dys­to­kie
    Ge­burts­hilf­li­che Kom­pli­ka­ti­on
  • Asphyxie
    nied­ri­ge AP­GAR-Wer­te
  • Pe­ri­na­ta­le Mor­ta­li­tät
    kind­li­che Sterb­lich­keit nach der Ge­burt
  • Post­par­ta­le Blu­tung
    Blut­ver­lust von mehr als ei­nem Li­ter nach der Ge­burt
  • Pro­tra­hier­ter Ge­burts­ver­lauf und se­kun­dä­rer Kai­ser­schnitt
    ver­län­ger­ter Ge­burts­ver­lauf und Kai­ser­schnit­t­ent­bin­dung
  • Blut­zu­cker­wer­te
    Nach der Ent­bin­dung wer­den die Ärz­teÄrz­tin­nen die Blut­zu­cker­wer­te und die Elek­tro­ly­te des Neu­ge­bo­re­nen sorg­fäl­tig be­ob­ach­ten, weil vie­le Ba­bys, die sehr schwer sind, Pro­ble­me mit dem Blut­zu­cker und den Elek­troy­ten ha­ben.