Damm: Dammmassage

Die Dammmas­sa­ge soll den Damm – das Ge­we­be zwi­schen dem Af­ter und der Va­gi­na – stär­ken und so im bes­ten Fall wäh­rend der Ent­bin­dung ei­nen Damm­riss oder Damm­schnitt ver­hin­dern.

Vor­be­rei­tung

Vor der Mas­sa­ge soll­ten Sie sich ent­span­nen. Neh­men Sie ein ein war­mes Bad oder wär­men Sie den Damm mit war­men Kom­pres­sen vor.

Das Zu­be­hör

Be­nut­zen Sie nur pflanz­li­che Mas­sa­ge­ö­le mit rei­nen äthe­ri­schen Ölen (kei­ne syn­the­ti­schen). Ein gu­tes Öl ist zum Bei­spiel ei­ne Mi­schung aus ✎ Jo­han­nis­krautöl, Wei­zen­kei­m­öl, Jo­joba, Mus­ka­tel­ler­sal­bei und Ro­sen­öl – aber auch rei­nes Oli­ven­öl ist für die Damm­mas­sa­ge gut ge­eig­net.

Die Mas­sa­ge

Rei­ben Sie das Öl fein ins Ge­we­be zwi­schen Va­gi­na und Af­ter ein. Dann ver­su­chen Sie den Damm zu deh­nen, bis Sie ein leich­tes Zie­hen oder Bren­nen spü­ren. Zum Deh­nen füh­ren Sie zu­nächst ei­nen Fin­ger, spä­ter auch Dau­men und den Zei­ge­fin­ger et­wa 3-4 cm in die Va­gi­na und sprei­zen die bei­den Fin­ger. Deh­nen Sie vor­sich­tig und ge­fühl­voll das be­reits ein­ge­öl­te Ge­we­be. Ver­wen­den Sie nur so we­nig Öl, wie Sie auch tat­säch­lich ein­mas­sie­ren kön­nen und wi­schen das rest­li­che Öl zum Schluss mit Pa­pier oder ei­nem Hand­tuch wie­der ab.

Ab wann?

Die Mas­sa­ge wird ab der 34. Schwan­ger­schaftswo­che (1x täg­lich) emp­foh­len.

Vor­sicht bei Her­pes

Bei ei­ner Her­pes­in­fek­ti­on und an­de­ren ent­zünd­li­chen Vor­gän­gen im Va­gi­nal­be­reich soll­ten Sie auf die Mas­sa­ge ver­zich­ten.

Jo­han­nis­krau­t­öl zur Damm­mas­sa­ge

Für die Zu­be­rei­tung von Jo­han­nis­krau­t­öl wer­den et­wa 300 Gramm des blü­hen­den Jo­han­nis­krau­tes in ei­nem Li­ter gu­ten Trä­ge­röls ein­ge­legt und et­wa zwei Mo­na­te in die Son­ne ge­stellt. Das Öl ent­zieht wäh­rend die­ser Zeit von Kraut und Blü­ten die hei­len­den Wirk­stof­fe und färbt sich ru­bin­rot.
Jo­han­nis­krau­t­öl hat sich zur äu­ße­ren An­wen­dung bei Rheu­ma, Gicht, He­xen­schuss, Is­chi­as, Damm­mas­sa­ge, Quet­schun­gen, Mus­kel- und Ner­ven­schmer­zen und Mus­kel­zer­run­gen be­währt.
In ei­ner Mi­schung mit Man­del­öl 1:10 hat sich das Jo­han­nis­krau­t­öl sehr gut be­währt. Um die Wir­kung des Mas­sa­ge­öls zu ver­stär­ken, las­sen sich äthe­ri­sche Öle wie deut­sche Ka­mil­le, La­ven­del, Ma­jo­ran und spa­ni­scher Ros­ma­rin bei­mi­schen. Der An­teil äthe­ri­scher Öle soll­te 1% (1ml je 100ml Mas­sa­ge­öl) nicht über­stei­gen. Bei leich­ten Ver­bren­nun­gen, Ge­schwü­ren, Hä­mor­rhoi­den, of­fe­nen Wun­den, sen­si­bler, ner­vö­ser und zu All­er­gien nei­gen­der Haut emp­fiehlt sich eben­falls ein Zu­satz von et­wa 10% Jo­han­nis­krau­t­öl in ei­nem an­de­ren Trä­ge­r­öl wie Jo­joba- und/oder Aloe-ve­ra-Öl. Ver­stär­kend wir­ken hier: deut­sche Ka­mil­le, La­ven­del, Tee­baum, Ma­nu­ka und Myr­rhe. Als Be­stand­teil von Öl für ei­ne Damm­mas­sa­ge ist Jo­han­nis­krau­t­öl gut für die Durch­blu­tung.

Wei­zen­kei­m­öl zur Damm­mas­sa­ge

Wei­zen­kei­m­öl hat vie­le wert­vol­le In­halts­stof­fe. Von be­son­de­rer Be­deu­tung ist sein Ge­halt an fett­lös­li­chen Vit­ami­nen, Ste­ri­nen und Phy­to­hor­mo­nen. Die Struk­tur der wert­vol­len In­halts­stof­fe so­wie der ho­he Ge­halt an Vit­amin E, Pro­vit­amin A, es­sen­ti­el­len Fett­säu­ren (Öl­säu­re, Pal­mi­to­lein­säu­re, Linol- und Lin­o­len­säu­re und an­de­re), Le­ci­t­hin, Ste­rin und et­wa 20 wich­ti­gen Ami­no­säu­ren bleibt al­ler­dings nur er­hal­ten, wenn das Öl aus den Ge­trei­de­kei­men durch Kalt­pres­sen ge­won­nen wird, al­so oh­ne che­mi­sche oder ther­mi­sche Ein­wir­kung.
Die grund­le­gen­de phy­sio­lo­gi­sche Be­deu­tung von Vit­amin E be­steht dar­in, dass es die Oxy­da­ti­ons­vor­gän­ge im Or­ga­nis­mus hemmt. Der Sau­er­stoff­ver­brauch in der Mus­ku­la­tur und be­son­ders in der Le­ber wird hier­durch ver­min­dert. Stof­fe, die wäh­rend des Stoff­wech­sels leicht oxy­die­ren (bei­spiels­wei­se Vit­amin A), wer­den vor ei­nem zu schnel­len oxy­da­ti­ven Ab­bau ge­schützt. We­gen des ho­hen Vit­amin E Ge­hal­tes ist Wei­zen­kei­m­öl an der Re­gu­lie­rung der Hy­po­phy­sen­funk­ti­on be­tei­ligt und wirkt auf die ve­ge­ta­ti­ven Zen­tren ein. Es be­ein­flusst den Koh­len­hy­dratstoff­wech­sel und wirkt un­mit­tel­bar auf die Sexual­sphä­re. Wei­zen­kei­m­öl wird häu­fig bei Ab­ort, Im­po­tenz, kli­mak­te­ri­schen Be­schwer­den und Mens­trua­ti­onsstö­run­gen oder für die Damm­mas­sa­ge emp­foh­len. Wei­zen­kei­m­öl fes­tigt das Bin­de­ge­we­be und un­ter­stützt die Mus­kel- und Drü­sen­funk­ti­on. Als Be­stand­teil von Öl für ei­ne Damm­mas­sa­ge ist es sehr gut ge­eig­net, um die Blut­zir­ku­la­ti­on der Ge­fä­ße und die Elas­ti­zi­tät des Ge­we­bes zu ver­bes­sern.

Ro­sen­öl für die Damm­mas­sa­ge

Ro­sen­öl be­son­ders der ma­rok­ka­ni­schen oder ana­to­li­schen Ro­se wirkt stark an­ti­sep­tisch, blut­stil­lend, be­ru­hi­gend und krampf­lö­send. Ein Trop­fen Ro­sen­öl wird aus et­wa 30 Ro­sen­blü­ten ge­won­nen. Um ein Ki­lo­gramm Ro­sen­öl zu ge­win­nen, braucht man 4.000 bis 5.000 Ki­lo Blät­ter.
Ro­sen­öl ist sehr viel­sei­tig ver­wend­bar. Es wirkt ent­kramp­fend, be­ru­hi­gend und ent­zün­dungs­hem­mend, im see­li­schen Be­reich wirkt es ge­gen De­pres­sio­nen, Lie­bes­kum­mer, Blo­cka­den, man­geln­de Lie­bes­fä­hig­keit und an­de­res mehr. Au­ßer­dem ist es her­vor­ra­gend zur Haut­pfle­ge ge­eig­net (för­dert die Zel­lerneue­rung). Da­her wird es gern als Be­stand­teil von Öl für ei­ne Damm­mas­sa­ge be­nutzt.

Mus­ka­tel­ler­sal­bei-Öl für die Damm­mas­sa­ge

Mus­ka­tel­ler­sal­bei wird bis zu 1,20 m hoch. Die ro­sa, vio­lett, li­la und blau­en Blü­ten leuch­ten wäh­rend der Blü­te­zeit von Mai bis Sep­tem­ber und duf­ten be­tö­rend süß-wür­zig. Ur­sprüng­lich war Mus­ka­tel­ler­sal­bei im Mit­tel­meer­raum be­hei­ma­tet. Heu­te wird er in Russ­land, Frank­reich, Ita­li­en, Ju­go­sla­wi­en und Spa­ni­en kul­ti­viert. Das kla­re, farb­lo­se äthe­ri­sche Öl wird aus der blü­hen­den Pflan­ze de­stil­liert. Der Duft ist hell, warm, süß und am­bra­ar­tig (wie grie­chi­scher Ret­si­na-Wein). Aus 100 kg Pflan­zen er­hält man et­wa 800 Gramm äthe­ri­sches Öl.

Die Mus­ka­tel­ler­sal­bei-Es­senz spielt ei­ne gro­ße Rol­le in der Aro­ma­the­ra­pie: Es hat ei­ne eu­pho­ri­sie­ren­de Wir­kung, bei man­chen Men­schen er­zeugt sie ge­ra­de­zu rau­sch­ar­ti­ge Zu­stän­de.

Frü­her ver­wen­de­te man die Pflan­ze, um die be­rau­schen­de Wir­kung von Wein und Bier zu ver­stär­ken. Win­zer in Deutsch­land, Ita­li­en und Frank­reich nutz­ten die Pflan­ze, um aus ih­ren mä­ßi­gen Wei­nen ech­ten Mus­ka­tel­ler­wein zu »zau­bern«. Schon vor über 2000 Jah­ren stell­ten die Kel­ten aus der Pflan­ze ei­ne Art Tee her, mit dem sie sich in ri­tu­el­le Rausch­zu­stän­de ver­setz­ten.

Das Öl des Mus­ka­tel­ler­sal­bei wirkt im me­di­zi­ni­schen Be­reich sehr ähn­lich wie Sal­bei. We­gen der ent­span­nen­den und ent­kramp­fen­den Wir­kung eig­net sich Mus­ka­tel­ler­sal­bei-Öl als Ba­de- oder Mas­sa­ge­öl – z.B. bei Krämp­fen wäh­rend der Mens­trua­ti­on. Es soll auch bei aus­blei­ben­der oder schwa­cher Re­gel und bei prä­men­stru­el­lem Syn­drom hel­fen. Mus­ka­tel­ler­sal­bei-Öl ist ein wun­der­ba­res Öl zur Damm­mas­sa­ge und zur We­henmas­sa­ge. Als Kom­pres­se auf­ge­legt hilft es auch beim Ab­stil­len. Auf der Haut wirkt Mus­ka­tel­ler­sal­bei an­ti­sep­tisch.
Als Mas­sa­ge­öl 1 ml Mus­ka­tel­ler­sal­bei­öl auf 50 ml Trä­ge­r­öl ver­wen­den.

Jo­job­a­öl für die Damm­mas­sa­ge

Die Jo­joba-Pflan­ze wird heu­te über­all im Süd­wes­ten der Ver­ei­nig­ten Staa­ten, aber auch in Mit­tel- und Süd­ame­ri­ka, Nord- und Süd­afri­ka so­wie in Aus­tra­li­en und Is­ra­el an­ge­baut. Jo­joba war schon im 18. Jahr­hun­dert be­kannt.
Der spa­ni­sche Je­su­it Ju­ni­pe­ro Ser­ra, der in Chi­le leb­te, schrieb 1769 in sein Ta­ge­buch: "Das Öl des Jo­joba-Strau­ches be­nut­zen die In­dia­ner zur Pfle­ge von Haa­ren und Haut. Was mich am meis­ten er­staunt: Kei­ner von ih­nen hat Schup­pen oder Haar­aus­fall, selbst nicht die äl­tes­ten Män­ner. Ich füh­re das auf das Öl zu­rück. Sie be­nut­zen es aber auch zum Ko­chen."
Jo­joba-Öl wird von der Haut schnell auf­ge­nom­men und dringt bis in die un­ters­ten Haut­ge­we­be­schich­ten vor. Nach neu­es­ten For­schungs­er­geb­nis­sen der Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten der USA ist Jo­joba-Öl das am bes­ten ver­träg­li­che an­ti­all­er­gi­sche Haut­pfle­ge­mit­tel.
Jo­joba-Öl ist über lan­ge Jah­re halt­bar, weil es nicht ran­zig wird, und es schützt vor Son­nen­brand. Ani­na Ya­ron von der Ben-Gu­ri­on-Uni­ver­si­tät in Je­ru­sa­lem (Is­ra­el) be­rich­tet von Test­rei­hen, in de­nen Pso­ria­sis-Pa­ti­en­ten er­gän­zend mit Jo­joba be­han­delt wur­den. Die Haut­re­ak­tio­nen ver­schwan­den bei den Test­per­so­nen, die Jo­joba-Öl be­nutzt hat­ten, schnel­ler als bei den Test­per­so­nen oh­ne Jo­joba-Be­gleit­be­hand­lung. "Jo­joba-Öl scheint ge­gen Schup­pen­flech­te und an­de­re Haut­er­kran­kun­gen zu hel­fen, de­ren ge­naue Ur­sa­che nicht eru­ier­bar ist. Ne­ben­wir­kun­gen wa­ren auch bei Dau­er­ge­brauch über meh­re­re Mo­na­te hin­weg nicht zu be­ob­ach­ten", so Ani­na Ya­ron. Auch we­gen des ho­hen Ge­hal­tes an Vit­amin E ist das Jo­job­a­öl für die Damm­mas­sa­ge sehr gut ge­eig­net.

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