Extrauterinschwangerschaft

Ei­ne Ex­trau­ter­in­schwan­ger­schaft nennt man ei­ne Schwan­ger­schaft, au­ßer­halb der Ge­bär­mut­ter (ab­ge­kürzt EU, von la­tei­nisch "ex­tra" = au­ßer­halb, "ute­rus" = Ge­bär­mut­ter oder Ex­trau­te­ri­ne Gra­vi­di­tät "gra­vi­di­tas" = Schwan­ger­schaft) oder ei­ne ek­to­pe Schwan­ger­schaft.

Was ist nor­mal?

Im Nor­mal­fall nis­tet sich ei­ne be­fruch­te­te Ei­zel­le in die Ge­bär­mut­ter ein. Im Fal­le ei­ner Ex­trau­te­ri­nen Schwan­ger­schaft hin­ge­gen, nis­tet sich das be­fruch­te­te Ei in der Bauch­höh­le ein, das nennt man dann ei­ne Bauch­höh­len­schwan­ger­schaft. Nis­tet sich das be­fruch­te­te Ei im Ei­lei­ter ein, so nennt man dies Ei­leit­erschwan­ger­schaft. Meist nis­tet sich bei ei­ner Ex­trau­ter­in­schwan­ger­schaft die Ei­zel­le im Ei­lei­ter ein und es kommt zu ei­ner Ei­leit­erschwan­ger­schaft. Et­wa ei­ne von 100 Schwan­ger­schaf­ten sie­delt sich au­ßer­halb der Ge­bär­mut­ter an und 99% al­ler Ex­trau­te­ri­nen Schwan­ger­schaf­ten ha­ben ih­ren Sitz im Ei­lei­ter.

Die Schwan­ger­schaft au­ßer­halb der Ge­bär­mut­ter ist ge­fähr­lich

Ei­ne Ex­trau­ter­in­schwan­ger­schaft kann nicht aus­ge­tra­gen wer­den. Ei­ne Schwan­ger­schaft au­ßer­halb der Ge­bär­mut­ter kann dar­über hin­aus le­bens­ge­fähr­lich sein - bei star­ken Schmer­zen und dem Ver­dacht ei­ner Ex­trau­ter­in­schwan­ger­schaft muss in je­dem Fall ein Kran­ken­haus auf­ge­sucht wer­den.

Ur­sa­che für ei­ne Ex­trau­ter­in­schwan­ger­schaft

Die Ei­zel­le nimmt nach dem Ei­sprung den Weg durch den Ei­lei­ter in Rich­tung Ge­bär­mut­ter. Falls der Ei­lei­ter un­dicht oder nicht durch­gän­gig ist, kann die Ei­zel­le in die Bau­höh­le ge­lan­gen oder dort hän­gen blei­ben und nis­tet sich folg­lich in der Bauch­höh­le oder im Ei­lei­ter ein. Grün­de für ei­ne Ex­trau­ter­in­schwan­ger­schaft kön­nen sein:

  • Ver­zö­ger­te oder ver­hin­der­te Ei­pas­sa­ge im Ei­lei­ter
  • In­fek­tio­nen, auch frü­he­re In­fek­ti­onen
  • frü­he­re Bauch- oder Be­cken­ope­ra­ti­on und Ver­narb­un­gen
  • frü­he­re Ent­zün­dung im Ei­lei­ter, häu­fig auch als Fol­ge der Spi­ra­le
  • frü­he­re oder be­ste­hen­de Chla­my­di­enin­fek­tio­nen
  • frü­he­re Bauch­höh­len- oder Ei­leit­erschwan­ger­schaf­ten
  • Schä­den an den Ei­lei­tern durch Ver­wach­sun­gen oder En­do­me­trio­se
  • bei ei­ner Ste­ri­li­täts­be­hand­lung mit Hor­mo­nen und bei ei­ner künst­li­chen Be­fruch­tung steigt das Ri­si­ko für ei­ne Ex­trau­ter­in­schwan­ger­schaft

Sym­pto­me ei­ner Ei­leit­erschwan­ger­schaft oder Bauch­hö­len­schwan­ger­schaft

Ei­ne Ex­trau­ter­in­schwan­ger­schaft ent­wi­ckelt sich zu­nächst wie ei­ne ge­sun­de Schwan­ger­schaft und zeigt ähn­li­che Sym­pto­me wie Aus­blei­ben der Mens­trua­ti­on, ein po­si­ti­ver Schwan­ger­schafts­test, ge­ge­be­nen­falls Schwan­ger­schafts­be­schwer­den wie Übel­keit und an­de­re. Hin­zu kom­men kön­nen:

  • leicht bis sehr star­ke Schmer­zen im Un­ter­leib oder im Bauch
  • Blu­tun­gen
  • Fie­ber
  • Schwin­del oder Ohn­macht
  • Kurz­at­mig­keit
  • ra­sen­der Puls
  • Übel­keit und Er­bre­chen
  • ge­spann­ter und schmerz­emp­find­li­cher Bauch
  • we­hen­ar­ti­ge Un­ter­bauch­schmer­zen

Dia­gno­se

Bei ei­nem po­si­ti­ven Schwan­ger­schafts­test wird der Arztdie Ärz­tin un­ter­su­chen, ob ersie auf dem Ul­tra­schallbild den Fö­tus in der Ge­bär­mut­ter se­hen kann. Falls ersie dort kei­nen Fö­tus sieht, über­prüft ersie, die Grö­ße der Ge­bär­mut­ter und ob schmerz­haf­te Schwel­lung in der Bauch­höh­le vor­han­den sind. Ist der Schwan­ger­schafts­test po­si­tiv und sieht der Arztdie Ärz­tin kei­ne Schwan­ger­schaft in der Ge­bär­mut­ter, kann die Schwan­ger­schaft noch so jung sein, dass sie zwar in der Ge­bär­mut­ter an­ge­legt, aber noch nicht zu se­hen ist. Es kann auch sein, dass der Em­bryo be­reits aus­ge­sto­ßen wor­den ist oder, dass die Schwan­ger­schaft au­ßer­halb der Ge­bär­mut­ter sitzt.

The­ra­pie

Falls kei­ne gra­vie­ren­den Be­schwer­den vor­lie­gen, kann der Arztdie Ärz­tin ein paar Ta­ge ab­war­ten. Die Hälf­te al­ler Schwan­ger­schaf­ten au­ßer­halb der Ge­bär­mut­ter en­den von selbst, oh­ne dass ei­ne wei­te­re Be­hand­lung not­wen­dig wird. Bei star­ken Be­schwer­den und wenn si­cher­ge­stellt ist, dass es sich um ei­ne Ex­trau­ter­in­schwan­ger­schaft han­delt, wird ein in­va­si­ver Ein­griff vor­ge­nom­men und die Ei­zel­le meist im Rah­men ei­ner Bauch­spie­ge­lung ope­ra­tiv ent­fernt.

Häu­fig­keit

Bei et­wa ei­ner von 150 Schwan­ger­schaf­ten nis­tet sich die Ei­zel­le au­ßer­halb der Ge­bär­mut­ter ein. Es scheint so, dass Ex­trau­ter­in­schwan­ger­schaf­ten an Häu­fig­keit zu­neh­men. Ver­mu­tet wird, dass die Ur­sa­che da­für in der Zu­nah­me von se­xu­ell über­trag­ba­ren In­fek­tio­nen liegt.
Das Ri­si­ko, nach ei­ner ex­trau­te­ri­nen Schwan­ger­schaft die­se ir­gend­wann er­neut zu er­le­ben, liegt mit ca. 10% recht hoch. Die Sterb­lich­keit be­trägt bei recht­zei­ti­ger Er­ken­nung und sach­ge­mä­ßer Be­hand­lung et­wa ein Pro­mil­le (0,1 Pro­zent).

Ach­tung

Bei ei­nem po­si­ti­ven Schwan­ger­schafts­test und star­ken Schmer­zen im Bauch, soll­ten Sie um­ge­hend das nächs­te Kran­ken­haus auf­su­chen.