Hyperemesis gravidarum

Hy­pe­re­me­sis oder Hy­pe­re­me­sis gra­vi­dar­um ist die Be­zeich­nung für ei­ne ex­tre­me Übel­keit mit star­kem Er­bre­chen wäh­rend der Schwan­ger­schaft.

Bei der Hy­pe­re­me­sis han­delt es sich nicht um ei­ne ein­fa­che "Be­schwer­de" in der Schwan­ger­schaft, son­dern ist durch­aus sehr ernst zu neh­men. Et­wa 0,3 Pro­zent al­ler Schwan­ge­ren sind von dem un­still­ba­ren Er­bre­chen und der hef­ti­gen Übel­keit be­trof­fen, die meist im zwei­ten und drit­ten Tri­mes­ter der Schwan­ger­schaft auf­titt.

Im Ge­gen­satz zur häu­fig vor­kom­men­den Schwan­ger­schaft­ü­bel­keit ist die Hy­pe­remeis sehr be­las­tend und kann auch le­bens­ge­fähr­lich sein.

Sym­pto­me und Fol­gen der Hy­pe­re­me­sis gra­vi­dar­um

  • Übel­keit und Er­bre­chen
    Sym­pto­me der Hy­pe­re­me­sis Gra­vi­dar­um oder manch­mal auch nur Hy­pe­re­me­sis ge­nannt, sind un­still­ba­re Übel­keit und Er­bre­chen auch bei lee­rem Ma­gen.
  • Man­gel­er­schei­nun­gen
    Durch ei­ne un­zu­rei­chen­de Nah­rungs­auf­nah­me kann es zu Man­gel­er­schei­nun­gen kom­men, die be­han­delt wer­den müs­sen.
  • Aus­trock­nung
    Im Ex­trem­fall kann Hy­pe­remi­sis auf­grund des häu­fi­gen Er­bre­chens zu Aus­trock­nung, star­kem Durst und bei schwe­rem Ver­lauf auch zu ei­ner deut­li­chen Ge­wichtsab­nah­me füh­ren.
  • See­li­sche Be­las­tung, De­pres­si­on
    Die ex­tre­me Übel­keit hat weit­rei­chen­de Fol­gen für das see­li­sche Wohl­be­fin­den der Schwan­ge­ren. Ne­ben den kör­per­li­chen Sym­pto­men ma­chen Schlaf­lo­sig­keit, De­pres­sio­nen und Ver­zweif­lung die Schwan­ger­schaft häu­fig dann un­er­träg­lich.
  • Hy­pe­re­me­sis gra­vi­dar­um kann le­bens­ge­fähr­lich sein
    Bei schwe­rem Ver­lauf und in schwe­ren Fäl­len, wenn die Krank­heit nicht recht­zei­tig er­kannt und the­ra­piert wird, kann sie töd­lich ver­lau­fen.

Die The­ra­pie der Hy­pe­re­me­sis gra­vi­dar­um

Die Hy­pe­re­me­sis Gra­vi­dar­um wird heu­te in der Re­gel er­folg­reich be­han­delt - mit In­fu­sio­nen und Me­di­ka­men­ten.

Vor­ran­gig ist der Aus­gleich von Stö­run­gen des Flüs­sig­keits- und Elek­tro­lyt­haus­halts durch In­fu­sio­nen im Rah­men ei­nes Kran­ken­haus­auf­ent­hal­tes. Dar­über­hin­aus kann ein Me­di­ka­ment ge­gen die Übel­keit ver­ab­reicht wer­den. Da das Bak­te­ri­um He­lio­bac­ter py­lo­ri als Ur­sa­che für die Hy­pe­re­me­sis ver­mu­tet wird, wird häu­fig auch ei­ne An­ti­bio­ti­ka­the­ra­pie ver­sucht, die meist auch ganz gut an­schlägt.

Ur­sa­chen

Die Ur­sa­che für die un­still­ba­re Übel­keit ist bis heu­te noch nicht ein­deu­tig ge­klärt. Es wird ver­mu­tet, dass es sich hier um ei­ne Über­re­ak­ti­on des Kör­pers auf die Schwan­ger­schafts­hor­mo­ne han­delt. Ei­ni­ge Wis­sen­schaft­ler ge­hen da­von aus, dass das Bak­te­ri­um He­li­co­bac­ter py­lo­ri, wel­ches bei et­wa 50 Pro­zent der Be­völ­ke­rung im Ma­gen zu fin­den ist, bei Frau­en wäh­rend der Schwan­ger­schaft be­son­ders zu Pro­ble­men füh­ren kann und mit ver­ant­wort­lich für die Hy­pe­re­me­sis Gra­vi­dar­um ist.

Sta­tis­tik

Hy­pe­re­me­sis Gra­vi­dar­um kommt bei 3 bis 10 von 1.000 Schwan­ger­schaf­ten vor. Bei 1 von 1.000 Schwan­ger­schaf­ten kann die Er­kran­kung zu ei­nem Ge­wichts­ver­lust von mehr als 10 Pro­zent und zu ei­ner ge­sund­heit­lich ge­fähr­li­chen Si­tua­ti­on von Mut­ter und Kind füh­ren. Hy­pe­re­me­sis be­ginnt nor­ma­ler­wei­se um die sechs­te Schwan­ger­schafts­wo­che.

Tipps

Bei un­still­ba­rem Er­bre­chen und star­ker Übel­keit wäh­rend der Schwan­ger­schaft soll­ten Sie nicht lan­ge war­ten, und recht zü­gig die Ärz­tin oder ein Kran­ken­haus auf­su­chen, um die Er­kran­kung zu be­han­deln.

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