Vorzeitiger Blasensprung

Vor­zei­ti­ger Bla­sen­sprung wird es ge­nannt, wenn die Frucht­bla­se, die das Kind im Mut­ter­leib um­gibt, nicht zum Ge­burtster­min rei­ßt, son­dern schon ei­ni­ge Wo­chen vor dem er­rech­ne­ten Ge­burts­ter­min. Bei et­wa je­der 10. Schwan­ger­schaft kommt es zu ei­nem vor­zei­ti­gen Bla­sen­sprung mit der Fol­ge, dass Frucht­was­ser aus­läuft. Das Frucht­was­ser kann in ei­nem Schwall aus­flie­ßen oder tröpf­chen­wei­se ab­ge­hen. Klei­ne­re Ver­let­zun­gen der Frucht­bla­se kön­nen sich un­ter Um­stän­den von al­lein wie­der schlie­ßen, und im bes­ten Fal­le wird das Frucht­was­ser von selbst aus­rei­chend er­gänzt.

Bla­sen­sprung oder "nur" Urin?

Durch den Druck des Kin­des kann es auch manch­mal zu ei­nem Ab­gang klei­ner Men­gen Urin kom­men. Dann ist es nicht ein­fach für die wer­den­de Mut­ter, den Un­ter­schied zwi­schen Urin und Frucht­was­ser fest­zu­stel­len. Frucht­was­ser und Urin un­ter­schei­den sich durch ih­ren pH-Wert. Im Zwei­fels­fall kann der Arztdie Ärz­tin dies aber mit Hil­fe ei­nes In­di­ka­tor­pa­piers deut­lich un­ter­schei­den.

Platzt die Frucht­bla­se um den Ge­burts­ter­min, lei­tet die­ses Er­eig­nis meist die We­hen und so­mit die Ge­burt ein. Den­noch wird der Arztdie Ärz­tin, wenn für die Mut­ter und das Kind kei­ne le­bens­be­droh­li­che Si­tua­ti­on be­steht, ver­su­chen, das un­rei­fe Kind so­lan­ge in der Ge­bär­mut­ter zu las­sen, es zu kon­trol­lie­ren und ab­zu­war­ten, bis sei­ne Über­le­bens­chan­cen nach der Ge­burt ge­stie­gen sind.

Ein vor­zei­ti­ger Bla­sen­sprung ist ein me­di­zi­ni­scher Not­fall

Ein vor­zei­ti­ger Bla­sen­sprung ist ein Not­fall und be­darf der so­for­ti­gen ärzt­li­chen Un­ter­stüt­zung. Der vor­zei­ti­ge Bla­sen­sprung kann We­hen aus­lö­sen, und es kann zu ei­ner auf­stei­gen­den In­fek­ti­on und ei­nem er­höh­ten Ri­si­ko für ei­ne Früh- und Fehl­ge­burt kom­men. In­ner­halb we­ni­ger Stun­den kön­nen Bak­te­ri­en, die sich im Schei­den­be­reich be­fin­den, die Ei­häu­te und die Pla­zen­ta in­fi­zie­ren und zu schwe­ren Kom­pli­ka­tio­nen bei Mut­ter und Kind füh­ren.

Was ge­schieht bei ei­nem vor­zei­ti­gen Bla­sen­sprung?

Liegt ein vor­zei­ti­ger Bla­sen­sprung vor, be­mü­hen sich die Ärz­te, be­deu­tet es, dass der Ent­bin­dungs­ter­min erst in ei­ni­gen Wo­chen statt­fin­den soll­te. Das Ba­by ist al­so in der Re­gel noch voll­stän­dig ent­wi­ckelt. Da­her wird man ver­su­chen die Ent­bin­dung so lan­ge wie mög­lich her­aus­zu­zö­gern um die Über­le­bens­chan­cen des Un­ge­bo­re­nen mög­lichst zu stei­gern.

Schwan­ger­schafts­richt­li­ni­en

Das ärzt­li­che Vor­ge­hen bei ei­nem vor­zei­ti­gen Bla­sen­sprung rich­tet sich ganz we­sent­lich nach dem Schwan­ger­schafts­al­ter und wur­de in ei­ner Emp­feh­lung der Deut­schen Ge­sell­schaft für Gy­nä­ko­lo­gie und Ge­burts­hil­fe e.V er­ar­bei­tet.

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