Plazenta (Mutterkuchen)

Die Pla­zen­ta, auch Nach­ge­burt oder Mut­ter­ku­chen ge­nannt, ist das wich­tigs­te Or­gan im vor­ge­burt­li­chen Ver­sor­gungs­sys­tem, das Bin­de­glied zwi­schen Mut­ter und Kind. Die Pla­zen­ta bil­det sich an der­je­ni­gen Stel­le der Ge­bär­mut­terwand, wo sich das be­fruch­te­te Ei ein­ge­nis­tet hat.

Was ge­schieht nach der Ein­nis­tung?

Die Pla­zen­ta ver­grö­ßert sich mit fort­schrei­ten­dem Wachs­tum des Fö­tus. Als At­mungs-, Er­näh­rungs- und Aus­schei­dungs­or­gan hat sie für das Un­ge­bo­re­ne be­trächt­li­che Ar­beit zu leis­ten. Die müt­ter­li­che Pla­zen­ta ist mit dem Fö­tus über die Na­bel­schnur ver­bun­den. Das Un­ge­bo­re­ne be­zieht aus dem Blut der Mut­ter Sau­er­stoff, Nähr­stof­fe und Flüs­sig­keit; Ab­fall­pro­duk­te aus dem kind­li­chen Stoff­wech­sel wer­den zu­rück­ge­lei­tet. Die bei­den Blut­kreis­läu­fe sind durch ei­ne dün­ne Mem­bran von­ein­an­der ge­trennt. Die Pla­zen­ta be­steht aus ei­nem kind­li­chen An­teil (= Pars feta­lis) und ei­nem müt­ter­li­chen An­teil (= Pars ma­ter­na).

Die Pla­zen­ta als Hor­mon­fa­brik und Fil­ter

Die Pla­zen­ta pro­du­ziert die schwan­ger­schafts­er­hal­ten­den Hor­mo­ne und Im­mun­stof­fe zur In­fek­ti­onsab­wehr und wirkt als Fil­ter, der das Ba­by ge­gen vie­le Krank­heits­kei­me und Schad­stof­fe ab­schirmt - al­ler­dings nicht so per­fekt, wie lan­ge an­ge­nom­men wur­de. In­zwi­schen weiß man, dass die dün­ne Haut, die in der Pla­zen­ta schüt­zend zwi­schen müt­ter­li­chem und kind­li­chem Kreis­lauf liegt, be­stimm­te schäd­li­che Sub­stan­zen durch­lä­ßt. Da­zu ge­hö­ren ne­ben Al­ko­hol und Me­di­ka­men­ten auch Stof­fe wie Blei, Kad­mi­um und Ni­ckel, die die Mut­ter über nicht ein­wand­freie Le­bens­mit­tel zu sich nimmt oder mit der Luft ein­at­met. Auch ei­ni­ge Krank­heits­er­re­ger, u.a. von Rö­teln, To­xo­plas­mo­se und Lues, kön­nen un­ge­hin­dert pas­sie­ren. Die Pla­zen­t­ahor­mo­ne wer­den haupt­säch­lich im kind­li­chen An­teil der Pla­zen­ta ge­bil­det und von dort in den müt­ter­li­chen Blut­kreis­lauf ab­ge­ge­ben.

Rau­chen schä­digt die Pla­zen­ta

Ni­ko­tin be­ein­träch­tigt die Funk­ti­on der Pla­zen­ta. Ih­re Blut­ge­fä­ße ver­en­gen sich, so dass das Ba­by nur un­zu­rei­chend ver­sorgt wird.

Ge­burt

Et­wa 15 Mi­nu­ten nach der Ent­bin­dung wird die Pla­zen­ta in der so­ge­nann­ten Nach­ge­burtsphase un­ter We­hen ab­ge­sto­ßen. Die Grö­ße der Pla­zen­ta zum Zeit­punkt der Ge­burt be­trägt et­wa 500-600 Gramm.

Ge­schich­te

Für die Ägyp­ter galt die Pla­zen­ta als der Sitz der See­le und zu­min­dest in den herr­schen­den Fa­mi­li­en wur­de sie zu Leb­zei­ten des „Be­sit­zers” auf­be­wahrt. Bei ze­re­mo­ni­el­len An­läs­sen wur­de ei­ne Flag­ge, die die Pla­zen­ta sym­bo­li­sier­te, schüt­zend vor dem Pha­rao her­ge­tra­gen.

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