Zwillinge: Entbindung

Oft­mals wer­den Zwil­lin­ge oder Mehr­lin­ge schon ei­ni­ge Wo­chen vor dem er­rech­ne­ten Ge­burtster­min­ge­bo­ren, z.B. we­gen vor­zei­ti­gen We­hen. Weil es sich bei ei­ner Zwil­lings- oder Mehr­lings­schwan­ger­schaft im­mer um ei­ne Ri­si­ko­schwan­ger­schaft han­delt und auch die Ent­bin­dung mit ei­nem er­höh­ten Ri­si­ko für die Kin­der be­haf­tet ist, soll­ten bei der Ge­burt im­mer Kin­der­ärz­te in der Kli­nik an­we­send sein.  

Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne nor­ma­le Mehr­lings­ge­burt

Ist ei­ne va­gi­na­le Ge­burt ge­plant, sind die Kin­der min­des­tens 2.000 Gramm schwer und liegt bei Zwil­lin­gen das ers­te Kind mit dem Kopf nach un­ten, dann kön­nen die Kin­der ganz nor­mal ge­bo­ren wer­den. Falls der Mut­ter­mund zum ge­wünsch­ten Ge­burts­ter­min noch voll­stän­dig ge­schlos­sen ist, wird er zur Ge­burts­ein­lei­tung mit Hil­fe von ­Pro­sta­glan­din ge­burts­be­reit ge­macht. Bei be­reits leicht ge­öff­ne­tem Mut­ter­mund kann die Ge­burt mit ei­nem We­hentropf ein­ge­lei­tet wer­den. Wäh­rend der Ge­burt soll­te auf je­den Fall ei­ne kon­ti­nu­ier­li­che Herz­ton-Über­wa­chung bei­der Kin­der statt­fin­den.

Hil­fen bei Mehr­lings­ge­bur­ten

Für die Ge­burt von Zwil­lin­gen oder Mehr­lin­gen wird meist ei­ne Pe­ri­du­rala­n­äs­the­sie (PDA) emp­foh­len, so dass der We­hen­schmerz be­täubt wird. Dies ist ins­be­son­ders dann an­ge­sagt, falls bei ei­nem der Kin­der ei­ne Zan­gen­ge­burt oder Saugglo­ckenge­burt nö­tig wird. Wenn das ers­te Kind ge­bo­ren ist, wird per Ul­tra­schall ge­prüft, wie das zwei­te Kind jetzt liegt. Au­ßer­dem wird das CTG neu ein­ge­stellt. Um die zwei­te Ge­burt zu be­schleu­ni­gen, wird oft­mals ein We­hen­mit­tel ge­ge­ben und die zwei­te Frucht­bla­se er­öff­net.

Grün­de für ei­nen Kai­ser­schnitt

Es gibt ei­ni­ge Grün­de, sich bei ei­ner Mehr­lings­schwan­ger­schaft für ei­nen Kai­ser­schnitt zu ent­schei­den (der bei Dril­lin­gen oder Vier­lin­gen im­mer emp­foh­len wird): Wenn

  • ... die 34. Schwan­ger­schaftswo­che noch nicht ab­ge­schlos­sen ist oder ei­nes der Kin­der we­ni­ger als 2.000 Gramm wiegt
  • ... ei­nes der Fö­ten mehr als 500 Gramm schwe­rer ist als der an­de­re
  • ... der ers­te Zwil­ling in Be­cke­nend­la­ge oder in Quer­la­ge liegt
  • ... wäh­rend ei­ner va­gi­na­len Ent­bin­dung die Herz­tö­ne des zwei­ten Zwil­lings oder bei­der Kin­der ab­fal­len


Es gibt auch Fäl­le, wo der ers­te Zwil­ling spon­tan ge­bo­ren wird und dann ein Kai­ser­schnitt beim zwei­ten Zwil­ling, z.B. we­gen schlech­ter Herz­tö­ne, durch­ge­führt wer­den muss. Die­se Si­tua­ti­on kommt aber eher sel­ten vor.

Oft­mals wer­den Mehrlingskinder frühzeitig geboren und müssen noch kinderärztlich betreut werden. Bei der Wahl der Ge­burts­kli­nik soll­te auf je­den Fall ei­ne auf Mehr­lin­ge spe­zia­li­sier­te Kli­nik mit an­ge­schlos­se­ner Kin­der­kli­nik aus­ge­wählt wer­den. So kön­nen die Kin­der und die Mut­ter wäh­rend und nach der Ge­burt am bes­ten ver­sorgt wer­den.

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