Assistierte Reproduktion

Mit Hil­fe ver­schie­de­ner Tech­ni­ken der as­sis­tier­ten Re­pro­duk­ti­on (künst­li­che Be­fruch­tung) kön­nen Me­di­zi­ner im­mer häu­fi­ger sol­chen Paa­ren, die auf na­tür­li­chem Weg kei­ne Kin­der zeu­gen kön­nen, zu ei­nem Ba­by ver­hel­fen.

Tech­ni­ken der as­sis­tier­ten Re­pro­duk­ti­on

Heu­te kön­nen so­gar Paa­re Kin­der be­kom­men, die kei­ne ei­ge­nen Keim­zel­len (Ei­zel­le oder Sper­mi­en) bei­steu­ern kön­nen oder kei­ne Or­ga­ne ha­ben, ein Ba­by aus­zu­tra­gen. Keim­zel­len sind mitt­ler­wei­le eben­so wie die Leih­mut­ter­schaft käuf­lich zu er­wer­ben. Keim­zel­len kön­nen au­ßer­halb des Kör­pers im Re­agenz­glas (bzw. in der Pe­tri­scha­le) be­fruch­tet, über Jah­re kon­ser­viert und dann in ei­ge­ne oder ge­lie­he­ne Kör­per zum Aus­tra­gen ei­ner Schwan­ger­schaft ein­ge­pflanzt wer­den.

Wunsch­kind nach Maß?

Die Wis­sen­schaft er­mög­licht heu­te so­wohl Ge­schlecht als auch vie­le an­de­re Erb­an­la­gen des Ba­bys schon im frühs­ten Ent­wick­lungs­sta­di­um zu be­stim­men. Nach hit­zi­gen De­bat­ten ist es nun auch seit 2011 in Deutsch­land mit der PID, der Prä­im­plan­ta­ti­ons­dia­gnos­tik dann er­laubt, ei­nen Em­bryo, der in der Pe­tri­scha­le ge­zeugt wur­de, in ei­nem sehr frü­hen Ent­wick­lungs­sta­di­um auf Gen­de­fek­te zu un­ter­su­chen, wenn auf­grund der ge­ne­ti­schen Ver­an­la­gung der El­tern ei­ne schwer­wie­gen­de Erb­krank­heit beim Kind oder ei­ne Tot- oder Fehl­ge­burt wahr­schein­lich ist.

Fort­pflan­zung oh­ne Sex

Nach der An­ti­ba­by­pil­le, die Paa­ren in den sieb­zi­ger Jah­ren Sex oh­ne Fort­pflan­zung er­mög­lich­te, ist nun die Fort­pflan­zung oh­ne Sex im La­bor ge­folgt. Welt­weit bie­ten Sa­men- und Ei­zell­ban­ken ih­re Diens­te an - Kri­te­ri­en wie ob die Haut der Spen­de­rin oder des Spen­ders Le­ber­fle­cken oder Som­mer­spros­sen hat, wie die Far­be oder Be­schaf­fen­heit der Haa­re ist, wel­che Kon­fes­si­on und Hob­bys die/der Spen­der/in hat, sind ver­öf­fent­licht, eben­so wie die an­ony­mi­sier­te Fa­mi­li­en­ge­schich­te. Ei­ne Sa­men­spen­de ist schon ab et­wa 200 US-Dol­lar zu ha­ben - ei­ne An­lei­tung zur Selbst­be­fruch­tung liegt bei.

In-vi­tro-Fer­ti­li­sa­ti­on

In den meis­ten Fäl­len wün­schen sich Paa­re ei­ge­nen ge­ne­ti­schen Nach­wuchs. Die­sen Wunsch kön­nen die Me­di­zi­ner heu­te auch bei erns­ten or­ga­ni­schen Stö­run­gen er­fül­len. Auch wenn ei­ne Frau kei­ne funk­ti­ons­fä­hi­gen Ei­lei­ter hat oder ein Mann kei­ne be­weg­li­chen, be­fruch­tungs­fä­hi­gen Sa­menzellen pro­du­zie­ren kann, kön­nen mit Hil­fe von klei­ne­ren Ein­grif­fen Ei­zel­len und Sa­menzellen ope­ra­tiv ent­nom­men und au­ßer­halb des Kör­pers mit­tels In-vi­tro-Fer­ti­li­sa­ti­on be­fruch­tet wer­den. An­schlie­ßend wer­den dann die­se be­fruch­te­ten Zel­len in die Ge­bär­mut­ter ein­ge­setzt.

Neue Ter­mi­no­lo­gie bei der El­tern­schaft

Im Zu­sam­men­hang mit der neu­en El­tern­schaft sind neue Be­grif­fe not­wen­dig ge­wor­den:

  • El­tern
  • Ad­op­tiv­el­tern
  • Pfle­ge­el­tern
  • bio­lo­gi­sche El­tern
  • ge­ne­ti­sche El­tern
  • Leih­müt­ter


In Deutsch­land wer­den die er­laub­ten Ver­fah­ren der Re­pro­duk­ti­ons­me­di­zin im Em­bryo­nen­schutz­ge­set­zes (ESchG) ge­re­gelt. Ei­zell­spen­de wie auch die Leih­mut­ter­schaft wer­den hier z. B. ex­pli­zit ver­bo­ten.

Eins, zwei, drei, ganz vie­le Kin­der

Das Ziel ei­ner Be­hand­lung bei ei­nem un­er­füll­ten Kin­der­wunsch ist es, Paa­ren zu (ge­nau) ei­nem Kind zu ver­hel­fen. Nach ei­ner ein­ge­hen­den Dia­gnos­tik des Paa­res wer­den die ver­schie­de­nen me­di­zi­ni­schen Mög­lich­kei­ten vor­ge­stellt, um ei­ne ge­sun­de Schwan­ger­schaft her­bei­zu­füh­ren. Ein The­ma bei die­sem Ge­spräch wird auch sein, wie z.B. ver­hin­dert wer­den kann, dass es im Rah­men ei­ner Frucht­bar­keitsbe­hand­lung zu ei­ner (hö­her­gra­di­gen) Mehr­lings­schwan­ger­schaft kommt. In Deutsch­land ist ge­re­gelt, dass der Frau nach ei­ner künst­li­chen Be­fruch­tung pro Zy­klus ma­xi­mal drei Em­bryo­nen ein­ge­setzt wer­den kön­nen - so ist die Mehr­lings­schwan­ger­schaft bei die­sem Ver­fah­ren auf ma­xi­mal drei be­schränkt.