Körpergewicht und Fertilität

Ex­tre­me Ab­wei­chun­gen vom durch­schnitt­li­chen Kör­per­ge­wicht - so­wohl nach un­ten wie auch nach oben - kön­nen zu Stö­run­gen der hor­mo­na­len Zy­klusre­gu­la­ti­on füh­ren.

Min­des­tens 45 Ki­lo­gramm - sonst kein Ei­sprung

Die be­kann­tes­ten, häu­figs­ten und an­er­kann­ten Ess­stö­run­gen, die zu ei­nem ex­tre­men Ge­wichtsver­lust füh­ren, sind die Ma­ger­sucht (Anor­exia Ner­vo­sa) und die Ess-Brech-Sucht (Bu­li­mia ner­vo­sa).

Die Be­trof­fe­nen, meist jun­ge Frau­en, neh­men dann auf­grund schwe­rer psy­chi­scher Kon­flik­te fast kei­ne Nah­rung mehr zu sich. Solch ei­ne Er­kran­kung kann le­bens­ge­fähr­lich sein.

Un­ter­su­chun­gen ha­ben ge­zeigt, dass schon un­ter­halb ei­nes be­stimm­ten Kör­per­ge­wich­tes – et­wa 45 Ki­lo­gramm – Ovu­la­ti­on (Ei­sprung) und Mens­trua­ti­on aus­blei­ben, und so­mit ei­ne Schwan­ger­schaft nicht ein­tre­ten kann. Die­se Ge­wichts­gren­ze gilt über­ra­schen­der­wei­se für al­le Frau­en, un­ab­hän­gig von der Grö­ße und dem Kör­per­bau. Die Ur­sa­che für die­ses Phä­no­men könn­te ei­ner­seits in dem schwe­ren psy­chi­schen Kon­flikt lie­gen, an­der­seits kann es sich um ei­ne öko­no­mi­sche Maß­nah­me des Or­ga­nis­mus han­deln, um in die­ser Man­gel­si­tua­ti­on die Fort­pflan­zung zu ver­hin­dern.

In Zei­ten mas­si­ver psy­chi­scher Kon­flik­te bil­det der Kör­per we­ni­ger Go­na­do­tro­pin. Das hat zur Fol­ge, dass der weib­li­che Zy­klus durch­ein­an­der ge­rät und der Ei­sprung aus­bleibt. Wenn das Kör­per­ge­wicht ei­ni­ger­ma­ßen nor­ma­li­siert ist, spie­len sich die Re­pro­duk­ti­ons­vor­gän­ge meist wie­der von selbst ein.

Über­ge­wicht

Auch ein ex­tre­mes Kör­per­über­ge­wicht kann zu Un­frucht­bar­keit füh­ren. Bei stark über­ge­wich­ti­gen Frau­en kommt es häu­fi­ger zu Pro­ble­men bei der Ei­rei­fung. Stark über­ge­wich­ti­ge Män­ner pro­du­zie­ren we­ni­ger Sper­mi­en.

Ur­sa­che für star­kes Über­ge­wicht kann ei­ne schwe­re Ne­ben­nie­ren­er­kran­kun­gen sein. Häu­fi­ger liegt das Über­ge­wicht aber an psy­cho­ge­nen Stö­run­gen mit über­mä­ßi­ger Nah­rungs­zu­fuhr.

Auch hier gilt: wird das Kör­per­ge­wicht auf das Norm­ge­wicht re­du­ziert, pen­delt sich der Zy­klus wie­der ein und wer­den aus­rei­chend vie­le Sper­mi­en ge­bil­det und die Frucht­bar­keit ent­spricht dann dem Al­ters­durch­schnitt.


Aber die Er­näh­rung ist nicht nur re­le­vant für die Fer­ti­li­tät, sie ist auch vor und wäh­rend ei­ner Schwan­ger­schaft für die Ent­wick­lung ei­nes Kin­des von gro­ßer Be­deu­tung.