Fruchtbarkeit: FAQ

Was be­deu­tet Un­frucht­bar­keit?

Als Un­frucht­bar­keit be­zeich­net man, wenn Sie in­ner­halb ei­nes Jah­res, in dem Sie es ak­tiv ver­su­chen, nicht schwan­ger wer­den. Bei Frau­en über 35 Jah­ren spricht man schon von Un­frucht­bar­keit, wenn Sie in­ner­halb ei­nes hal­ben Jah­res nicht schwan­ger wer­den. Zu­dem spricht man von Un­frucht­bar­keit, wenn Sie zwar schwan­ger wer­den, aber die Schwan­ger­schaft nicht aus­tra­gen kön­nen.

Schwan­ger wer­den ist ein kom­pli­zier­ter Vor­gang. Meh­re­re Din­ge müs­sen in­ein­an­der grei­fen:

Von Un­frucht­bar­keit spricht man, wenn min­des­tens ei­ner der oben ge­nann­ten Punk­te nicht so funk­tio­niert, wie es sein soll­te.

Kommt Un­frucht­bar­keit häu­fi­ger vor?

Ja. Et­wa 10 Pro­zent al­ler Frau­en im Al­ter zwi­schen 15 und 44 Jah­ren ha­ben Schwie­rig­kei­ten, schwan­ger zu wer­den oder zu blei­ben.

Ist Un­frucht­bar­keit nur ein Pro­blem von Frau­en?

Nein. Un­frucht­bar­keit ist kei­nes­wegs nur ein Pro­blem von Frau­en. Auch Män­ner kön­nen un­frucht­bar sein. In et­wa 40 Pro­zent al­ler Fäl­le, wo es mit der Schwan­ger­schaft nicht klappt, liegt es an der Frau. In et­wa 40 Pro­zent der Fäl­le liegt es am Mann, bei et­wa 10 Pro­zent der Fäl­le liegt es an Bei­den und bei et­wa 10 Pro­zent der Paa­re kann man kei­ne Ur­sa­che für die Un­frucht­bar­keit fest­stel­len.

Was ist die Ur­sa­che von männ­li­cher Un­frucht­bar­keit?

Die Un­frucht­bar­keit beim Mann hat meist fol­gen­de Ur­sa­chen:

  • Ein Pro­blem sind die Va­ri­ko­ze­len. Hier­bei han­delt es sich um ei­ne Krampf­adernbil­dung im Be­reich der Ho­den­ve­nen. Die Va­ri­ko­ze­len kön­nen die Ho­den er­wär­men und so den Sper­mi­en scha­den.
  • Die Sper­mi­en­be­weg­lich­keit kann ein­ge­schränkt sein. Das kann an der Form der Sper­mi­en lie­gen, oder der Mann hat(te) ei­ne Er­kran­kung (z.B. Zys­ti­sche Fi­brio­se), oder er ist un­frucht­bar in­fol­ge ei­nes Un­falls.

Was er­höht das Ri­si­ko der Un­frucht­bar­keit beim Mann?

Die Sper­mi­en­qua­li­tät än­dert sich in Ab­hän­gig­keit von der Ge­sund­heit und dem Le­bens­stil. Es gibt ei­ni­ge Din­ge im Le­ben, die die Sper­mi­en­qua­li­tät ne­ga­tiv be­ein­flus­sen. Hier ei­ni­ge Bei­spie­le:

Was kann bei Frau­en der Grund für Un­frucht­bar­keit sein?

Meist gibt es bei Frau­en Pro­ble­me mit dem Ei­sprung. Oh­ne Ei­sprung ist ei­ne Schwan­ger­schaft nicht mög­lich. Es gibt dann kei­ne Ei­zel­le, die be­fruch­tet wer­den kann. Ein Hin­weis auf Pro­ble­me mit dem Ei­sprung könn­te z.B. das Aus­blei­ben oder ei­ne un­re­gel­mäs­si­ge Mens­trua­ti­on sein.

Pro­ble­me mit dem Ei­sprung sind häu­fig die Fol­ge ei­nes Po­ly­zys­ti­schen Ova­ri­al­syn­droms (PCOS). Bei dem PCOS gibt es Pro­ble­me mit der Ei­zell­rei­fung, wel­ches zur Fol­ge hat, dass kein Ei­sprung statt­fin­det.

We­ni­ger häu­fi­ge Ur­sa­chen für die weib­li­che Un­frucht­bar­keit sind u.a. :

  • Ver­kleb­te Ei­lei­ter in­fol­ge ei­ner In­fek­ti­on, En­do­me­trio­se oder ei­nes ope­ra­ti­ven Ein­griffs in den Bauch­raum.
  • Or­ga­ni­sche Stö­run­gen der Ge­bär­mut­ter

Was er­höht das Ri­si­ko für Un­frucht­bar­keit bei der Frau?

Es gibt vie­le ne­ga­ti­ve Ein­flüs­se, die sich auf die weib­li­che Frucht­bar­keit un­güns­tig aus­wir­ken. Hier ei­ni­ge Bei­spie­le:

Wel­chen Ein­fluss hat das Al­ter auf die weib­li­che Frucht­bar­keit?

Zahl­rei­che Frau­en war­ten ihr 30. Le­bens­jahr ab, be­vor sie ei­ne Fa­mi­lie grün­den wol­len. In den USA ist je­de fünf­te Frau, die ihr ers­tes Ba­by er­war­tet, äl­ter als 35 Jah­re. Das Al­ter ist ein zu­neh­men­des Pro­blem bei ei­nem Kin­der­wunsch. Die Chan­cen, schwan­ger zu wer­den, sin­ken mit zu­neh­men­dem Al­ter, u.a. weil ...

  • die Ei­er­stö­cke sel­te­ner ei­ne Ei­zel­le her­an­rei­fen las­sen kön­nen,
  • der Vor­rat an Ei­zel­len ab­nimmt,
  • die Qua­li­tät der Ei­zel­len ab­nimmt,
  • die Wahr­schein­lich­keit zu­nimmt, dass Sie an­de­re ge­sund­heit­li­che Pro­ble­me be­kom­mem, die sich auf die Frucht­bar­keit ne­ga­tiv aus­wir­ken,
  • das Ri­si­ko für ei­ne Fehl­ge­burt zu­nimmt.

Wie lan­ge soll­te ei­ne Frau mit ei­nem Kin­der­wunsch ab­war­ten, bis sie ei­nen Arztei­ne Ärz­tin auf­sucht?

Die meis­ten Ex­per­tenEx­per­tin­nen emp­feh­len Frau­en, es min­des­tens ein Jahr lang zu ver­su­chen. Ist die Frau aber äl­ter als 35 Jah­re, soll­te sie schon nach 6 Mo­na­ten den Arztdie Ärz­tin auf­su­chen. Die Frucht­bar­keit nimmt ab ei­nem Al­ter von 30 Jah­ren deut­lich ab.

Es gibt ei­ni­ge ge­sund­heit­li­che Pro­ble­me, die die Chan­cen auf ei­ne Schwan­ger­schaft ne­ga­tiv be­ein­flus­sen. Sie soll­ten zum Arztzur Ärz­tin ge­hen, wenn Sie un­ter ei­ner oder meh­re­ren der fol­gen­den Sym­pto­me oder Er­kran­kun­gen lei­den:

Es ist sinn­voll, den Arztdie Ärz­tin schon früh­zei­tig bei ei­nem Kin­der­wunsch auf­zu­su­chen. Der ArztDie Ärz­tin kann Sie da­bei un­ter­stüt­zen, Ih­ren Kör­per op­ti­mal auf ei­ne Schwan­ger­schaft vor­zu­be­rei­ten und ersie kann Ih­nen Tipps ge­ben, wie Sie schwan­ger wer­den kön­nen.

Wie fin­det der Arztdie Ärz­tin her­aus, ob der Mann oder die Frau un­frucht­bar ist?

Der ArztDie Ärz­tin wird ei­nen Check­up ma­chen, um her­aus­zu­fin­den, was die Pro­ble­me sind. Hier­zu ge­hört ei­ne kör­per­li­che Un­ter­su­chung und ein aus­führ­li­ches (Ana­mne­se-)Ge­spräch, in dem auch über die Sexua­li­tät ge­spro­chen wird. In ei­ni­gen Fäl­len wird dann schon die Ur­sa­che er­kannt, meist müs­sen aber wei­te­re Un­ter­su­chun­gen durch­ge­führt wer­den.

Bei Män­nern be­ginnt man üb­li­cher­wei­se mit ei­nem Sper­mio­gramm, ei­ner Sper­mi­en­un­ter­su­chung. Hier schaut man sich die An­zahl, Form und Be­weg­lich­keit der Sper­mi­en an. In ei­ni­gen Fäl­len wird der Arztdie Ärz­tin aber auch ei­nen Hor­mon­test vor­schla­gen.

Bei der Frau will man her­aufin­den, ob sie re­gel­mä­ßig ei­nen Ei­sprung hat. Es gibt ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten, dies her­aus­zu­fin­den:

Ärz­teÄrz­tin­nen kön­nen den Ei­sprung aber auch an­hand ei­ner Blut­un­ter­su­chung über­prü­fen. Oder ersie kann die Ova­ri­en im Ul­tra­schall an­schau­en.

Wel­che Frucht­bar­keits­tests für die Frau gibt es?

Zu den üb­li­chen Frucht­bar­keits­tests für Frau­en ge­hö­ren:

  • Hys­te­ro­sal­pingo­gra­phie
    Dies ist ei­ne Rönt­gen­auf­nah­me der Ge­bär­mut­ter und der Ei­lei­ter. Der ArztDie Ärz­tin in­ji­ziert durch die Va­gi­na ein be­son­de­res Kon­trast­mit­tel in die Ge­bär­mut­ter, das im Rönt­gen­bild sicht­bar wird. ErSie sieht dann, wie das Kon­trast­mit­tel sich durch Ge­bär­mut­ter und Ei­lei­ter be­wegt. Da­mit kann man ge­ge­be­nen­falls Ver­kle­bun­gen er­ken­nen, die Ur­sa­che der Un­frucht­bar­keit sein kön­nen, in­dem sie die Ei­zel­le dar­an hin­dern, von der Ei­lei­ter in die Ge­bär­mut­ter zu wan­dern. Auch kann so ein Hin­der­nis das Sper­mi­um da­von ab­hal­ten, das Ei zu er­rei­chen.
  • La­pa­rao­s­ko­pie
    Ein klei­ner Ein­griff, um in den Bauch­raum zu schau­en. Der ArztDie Ärz­tin be­nutzt da­zu ein klei­ne Leuch­te und ei­ne klei­ne Ka­me­ra, die durch ei­nen klei­nen Schnitt im Un­ter­bauch ein­ge­führt wer­den. Mit dem La­pa­ra­skop kann ersie die Ei­er­stö­cke, Ei­lei­ter und die Ge­bär­mut­ter auf Krank­hei­ten, Be­son­der­hei­ten und Fehl­bil­dun­gen un­ter­su­chen. Auf die­sem We­ge wird auch häu­fig ei­ne Ver­narb­ung oder En­do­me­trio­se fest­ge­stellt.

Wie lan­ge dau­ert es, bis der Grund für die Un­frucht­bar­keit ge­fun­den ist?

Die Ur­sa­che der Un­frucht­bar­keit zu fin­den, kann ein lan­ger und be­schwer­li­cher Weg sein. Es braucht Zeit, um al­le not­wen­di­gen Tests durch­zu­füh­ren. Da­her sor­gen Sie sich nicht, wenn das Pro­blem nicht so­fort er­kannt wird.

Wie be­han­delt man die Un­frucht­bar­keit?

Un­frucht­bar­keit kann mit Me­di­ka­men­ten oder chir­ur­gisch be­han­delt wer­den oder, durch künst­li­che Be­fruch­tung. In den meis­ten Fäl­len kom­men Me­di­ka­men­te oder die Chir­ur­gie zum Ein­satz.

Die ärzt­li­che Emp­feh­lung für ei­ne be­stimm­te Be­hand­lungs­me­tho­de rich­tet sich nach

  • den Test­ergeb­nis­sen,
  • wie lan­ge das Paar schon ver­sucht, schwan­ger zu wer­den,
  • dem Al­ter von Frau und Mann,
  • dem Ge­sund­heits­zu­stand der Part­ner,
  • den Wün­schen der Part­ner.

Wie wird die Un­frucht­bar­keit beim Mann be­han­delt?

Un­frucht­bar­keit beim Mann wird oft fol­gen­der­ma­ßen be­han­delt:

  • Se­xu­el­le Pro­ble­me
    Der ArztDie Ärz­tin kann bei Im­po­tenz oder vor­zei­ti­ger Eja­ku­la­ti­on hel­fen. In sol­chen Fäl­len kön­nen Ver­hal­tens­the­ra­pie oder Me­di­ka­men­te ein­ge­setzt wer­den.
  • Zu we­nig Sper­mi­en
    Manch­mal kann man die­ses Pro­blem chir­ur­gisch kor­ri­gie­ren. In an­de­ren Fäl­len wird Sper­ma di­rekt den Ge­schlechts­or­ga­nen des Man­nes ent­nom­men und für ei­ne künst­li­che Be­fruch­tung ver­wen­det. Auch kön­nen An­ti­bio­ti­ka zum Ein­satz kom­men, um In­fek­ti­onen zu be­kämp­fen, die die Sper­mi­en­zahl ver­rin­gern.
  • Kei­ne Sper­mi­en
    Manch­mal ent­hält das Eja­ku­lat kein Sper­mi­um we­gen ei­ner Blo­ckie­rung im männ­li­chen Ge­nit­al­trakt. In man­chen Fäl­len kann die­ses Pro­blem chir­ur­gisch be­ho­ben wer­den.

Wie wird die Un­frucht­bar­keit bei der Frau be­han­delt?

Auch bei Frau­en las­sen sich man­che kör­per­li­chen Pro­ble­me chir­ur­gisch be­he­ben.

Es gibt ei­ni­ge Me­di­ka­men­te, die im Rah­men der Re­pro­duk­ti­ons­me­di­zin ein­ge­setzt wer­den. Mit die­sen ver­sucht man Ovu­la­ti­ons­pro­ble­me zu be­han­den. Spre­chen Sie mit Ih­rem ArztIh­rer Ärz­tin über die Vor- und Nach­tei­le die­ser Me­di­ka­men­te. Sie soll­ten die mög­li­chen Ri­si­ken, Vor­tei­le und Ne­ben­wir­kun­gen ver­ste­hen.

Wel­che Me­di­ka­men­te wer­den bei Un­frucht­bar­keit der Frau an­ge­wen­det?

Zu den häu­fig ver­wen­de­ten Me­di­ka­men­ten bei weib­li­cher Un­frucht­bar­keit ge­hö­ren:

  • Clo­mi­fen­ci­trat (Clo­mi­fen)
    Die­ses Me­di­ka­ment ruft ei­nen Ei­sprung her­vor, in­dem es auf die Hirn­an­hangs­drü­se wirkt. Es kommt oft bei Frau­en mit PCOS oder an­de­ren Ovu­la­ti­ons­pro­ble­men zum Ein­satz. Die Ein­nah­me er­folgt oral.
  • Me­no­pau­sen­go­na­do­tro­pin (hu­ma­nes Me­no­pau­sen-Go­na­do­tro­pin, hMG) Die­ses Me­di­ka­ment gibt man oft Frau­en, die we­gen Pro­ble­men mit der Hirn­an­hangs­drü­se kei­nen Ei­sprung ha­ben. HMG wirkt di­rekt auf die Ei­er­stö­cke und regt den Ei­sprung an. Die­ses Me­di­ka­ment wird in­ji­ziert.
  • Fol­li­kel­sti­mu­lie­ren­des Hor­mon (FSH)
    FSH wirkt un­ge­fähr wie hMG. Es regt die Ei­er­stö­cke an, den Ei­sprung ein­zu­lei­ten. Auch die­ses Me­di­ka­ment wird üb­li­cher­wei­se in­ji­ziert.
  • Go­na­do­tro­pin-frei­set­zen­des Hor­mon (Go­na­do­tro­pin-re­leasing hor­mo­ne, Gn-RH)
    Die­ses Me­di­ka­ment wird häu­fig Frau­en ge­ge­ben, die nicht je­den Mo­nat re­gel­mäs­sig ei­nen Ei­sprung ha­ben. Frau­en, die ei­nen Ei­sprung ha­ben, be­vor das Ei reif ist, be­kom­men es eben­falls. Gn­RH wirkt auf die Hirn­an­hangs­drü­se, um den Zeit­punkt des Ei­sprungs zu ver­än­dern. Die­ses Me­di­ka­ment wird üb­li­cher­wei­se in­ji­ziert oder als Na­sen­spray ver­ab­reicht.
  • Met­for­min
    Die­ses Me­di­ka­ment ver­wen­det man bei Frau­en mit In­su­lin­re­sis­tenz oder dem Po­ly­zys­ti­schen Ova­ri­al-Syn­drom PCOS. Sie ver­rin­gert den ho­hen Spie­gel männ­li­cher Hor­mo­ne, den Frau­en mit die­sen Be­schwer­den ha­ben. Das hilft dem Kör­per, ei­nen Ei­sprung her­vor­zu­ru­fen. Manch­mal wird Met­for­min ge­mein­sam mit Clo­mi­fen oder FSH ge­ge­ben. Die­ses Me­di­ka­ment wird nor­ma­ler­wei­se oral ein­ge­nom­men.
  • Prol­ak­tin
    Die­ses Me­di­ka­ment ver­wen­det man bei Frau­en mit Ei­sprung­pro­ble­men in­fol­ge ei­nes ho­hen Prol­ak­t­in­spie­gels. Prol­ak­tin ist ein Hor­mon, das die Milch­pro­duk­ti­on aus­löst.

Vie­le Fer­ti­li­täts­me­di­ka­men­te er­hö­hen die Wahr­schein­lich­keit, Zwil­lin­ge, Dril­lin­ge oder Mehr­lin­ge zu ge­bä­ren. Frau­en mit Mehr­lin­gen ha­ben in der Schwan­ger­schaft häu­fi­ger Pro­ble­me. Mehr­lings-Fö­ten ha­ben ein ho­hes Ri­si­ko der Früh­ge­burt und da­mit ein hö­he­res Ri­si­ko für Ge­sund­heits- und Ent­wick­lungs­pro­ble­me.

Was ist in­trau­te­ri­ne In­se­mi­na­ti­on (IUI)?

In­trau­te­ri­ne In­se­mi­na­ti­on (IUI) ist ei­ne Un­frucht­bar­keits­be­hand­lung, die häu­fig auch künst­li­che Be­fruch­tung ge­nannt wird. Bei die­sem Ver­fah­ren wird der Frau be­son­ders vor­be­han­del­tes Sper­ma ein­ge­führt. Manch­mal wird die Frau vor der IUI auch mit ei­sprung­för­dern­den Me­di­ka­men­ten be­han­delt.

Mit IUI be­han­delt man häu­fig:

  • leich­te­re Fer­ti­li­täts­pro­ble­me des Man­nes;
  • Frau­en, die Pro­ble­me mit ih­rem Zer­vix­schleim ha­ben;
  • Paa­re mit un­er­klär­li­cher Un­frucht­bar­keit.

Was ist as­sis­tier­te Re­pro­duk­ti­ons­tech­nik (as­sis­ted re­pro­duc­tive tech­no­lo­gy, ART)?

As­sis­tier­te Re­pro­duk­ti­ons­tech­nig (ART) nennt man ver­schie­de­ne Me­tho­den, mit de­nen un­frucht­ba­ren Paa­ren ge­hol­fen wird. Mit­tels ART wer­den dem Kör­per der Frau Ei­zel­len ent­nom­men, die dann mit Sper­ma zu­sam­men­ge­bracht wer­den, um Em­bryos zu er­zeu­gen. Die­se wer­den dann wie­der in den Kör­per der Frau ein­ge­setzt.

Wie häu­fig ist die as­sis­tier­te Re­pro­duk­ti­ons­tech­nik (ART) er­folg­reich?

Die Er­folgs­ra­ten va­ri­ie­ren und hän­gen von vie­len Fak­to­ren ab. Ei­ni­ge da­von sind:

  • das Al­ter der Part­ner;
  • die Ur­sa­chen der Un­frucht­bar­keit;
  • die Kli­nik;
  • die Art der ART;
  • ob das Ei frisch ist oder ein­ge­fro­ren war;
  • ob der Em­bryo frisch ist oder ein­ge­fro­ren war.

Das ame­ri­ka­ni­sche Zen­trum für Krank­heits­vor­beu­gung (U.S. Cen­ter for Di­sea­se Preven­ti­on, CDC) sam­melt Da­ten zu den Er­folgs­ra­ten der ART von ei­ni­gen Kli­ni­ken. Nach dem Be­richt aus 2006 be­tra­gen die durch­schnitt­li­chen Pro­zent­zah­len von ART-Zy­klen, die zu ei­ner Le­bend­ge­burt füh­ren:

  • 39% bei Frau­en un­ter 35 Jah­ren;
  • 30% bei Frau­en zwi­schen 35 und 37;
  • 21% bei Frau­en zwi­schen 37 und 40;
  • 11% bei Frau­en zwi­schen 41 und 42.

ART kann teu­er und zeit­auf­wän­dig sein. Aber mit die­ser Tech­nik ha­ben vie­le Paa­re Kin­der be­kom­men, die sonst nicht ge­zeugt wor­den wä­ren. Die häu­figs­te Kom­pli­ka­ti­on bei ART sind Mehr­lin­ge. Aber die­ses Pro­blem kann man ver­hin­dern oder auf un­ter­schied­li­che Wei­se mi­ni­mie­ren.

Wel­ches sind die ver­schie­de­nen Ar­ten der as­sis­tier­ten Re­pro­duk­ti­ons­tech­nik (ART)?

Zu den häu­figs­ten Me­tho­den ge­hö­ren:

  • In-vi­tro-Fer­ti­li­sa­ti­on (IVF)
    IVF be­deu­tet Be­fruch­tung au­ßer­halb des Kör­pers. IVF ist die ef­fek­tivs­te ART. Oft wird sie ein­ge­setzt, wenn die Ei­lei­ter der Frau ver­sperrt sind oder wenn der Mann zu we­nig Sper­ma pro­du­ziert. Der Frau gibt man ein Me­di­ka­ment, das die Ei­er­stö­cke zum Rei­fen meh­re­rer Ei­zel­len an­regt. Wenn die­se reif sind, wer­den sie der Frau ent­nom­men. Dann wer­den sie im La­bor mit dem Sper­ma des Man­nes in ei­ne Scha­le ge­ge­ben. Nach drei bis fünf Ta­gen wer­den der Ge­bär­mut­ter der Frau ge­sun­de Em­bryos ein­ge­setzt.
  • Beim In­tra­tu­ba­ren Ga­me­ten­trans­fer (GIFT=Ga­me­te in­tra­fal­lo­pi­an trans­fer)
    Beim GIFT(In­tra­tu­bae­rer Ga­me­ten­trans­fer (GIFT)) wer­den in den Ei­lei­ter der Frau Ei­zel­len und Sper­ma ein­ge­bracht. Die Be­fruch­tung fin­det dann al­so im Kör­per der Frau statt. Nur we­ni­ge Kli­ni­ken bie­ten die­se Tech­nik an.
  • In­tra­zy­to­plas­mi­sche Sper­mi­en-In­jek­ti­on(In­tra­cy­to­plas­ma­ti­sche Sper­mi­en­in­jek­ti­on (ICSI)) (ICSI)
    ICSI wen­det man häu­fig bei Paa­ren an, bei de­nen es gra­vie­ren­de Pro­ble­me mit dem Sper­ma gibt. Manch­mal kommt das Ver­fah­ren auch bei äl­te­ren Paa­ren oder sol­chen mit ge­schei­ter­ten IVF-Ver­su­chen zum Ein­satz. Bei ICSI wird ein ein­zel­nes Sper­mi­um in ei­ne rei­fe Ei­zel­le in­ji­ziert. Dann wird der Em­bryo in die Ge­bär­mut­ter oder den Ei­lei­ter ein­ge­setzt.
  • Art
    Bei der ART kom­men zu­wei­len Spen­de­rei­zel­len zum Ein­satz (al­so Ei­zel­len ei­ner an­de­ren Frau), Spen­der-Sper­ma oder zu­vor tief­ge­kühl­te Em­bryo­nen. Ei­zel­len­spen­den ver­wen­det man bei Frau­en, die kei­ne Ei­zel­len pro­du­zie­ren kön­nen. Ei- und Sa­men­zel­lenspen­den wer­den manch­mal ver­wen­det, wenn Frau oder Mann ei­ne Erb­krank­heit ha­ben, die sie an das Ba­by wei­ter­ge­ben könn­ten. Auch kön­nen un­frucht­ba­re Frau­en oder Paa­re Em­bryo-Spen­den ver­wen­den. Das sind Em­bryos, die ent­we­der von Paa­ren bei der Un­frucht­bar­keits­be­hand­lung er­zeugt und aus Ei­zel­len- und Sa­menspen­den her­ge­stellt wur­den. Der Spen­de­rem­bryo wird in die Ge­bär­mut­ter ein­ge­setzt. Ge­ne­tisch ist das Kind dann nicht mit den El­tern ver­wandt.
    Neu­es­te Stu­di­en der Ge­sund­heits­zen­tren zei­gen, das ART-Ba­bies zwei- bis vier­mal so häu­fig be­stimm­te Ge­burtsfeh­ler ha­ben. Da­zu ge­hö­ren Herz- und Ver­dau­ungs­pro­ble­me und Lip­pen-Kie­fer-Gau­men­spal­ten. Den Grund da­für kennt man nicht. Es liegt viel­leicht nicht an der Tech­nik, son­dern auch an sol­chen Fak­to­ren wie dem Al­ter der El­tern. Hier ist noch wei­te­re For­schung er­for­der­lich. Das Ri­si­ko ist recht klein, aber El­tern soll­ten es vor der Ent­schei­dung für ART in Er­wä­gung zie­hen.

Leih­mut­ter­schaft

Frau­en oh­ne oder mit nicht funk­tio­nie­ren­den Ei­zel­len kön­nen auch ei­ne Leih­mut­terschaft in Er­wä­gung zie­hen. Hier­für müs­sen Sie ei­ne Frau fin­den, die Leih­mut­ter, die sich be­reit er­klärt be­reit, von dem be­tref­fen­den Mann schwan­ger zu wer­den. Das Kind, wel­ches die Leih­mut­ter aus­trägt, ist dann ge­ne­tisch mit der Leih­mut­ter und dem männ­li­chen Part­ner ver­wandt. Die Ver­ab­re­dung lau­tet dann meist, dass die Leih­mut­ter nach der Ge­burt das Ba­by zur Ad­op­ti­on frei­gibt.