Hormone

Hor­mo­ne sind kör­per­ei­ge­ne Stof­fe, die aus ei­ner en­do­kri­nen Drü­se in den Blut­kreis­lauf ab­ge­ge­ben wer­den, um in an­de­ren Or­ga­nen ei­ne spe­zi­fi­sche Wir­kung zu er­zie­len. Hor­mo­ne sind schon in kleins­ten Men­gen wirk­sam und an fast al­len Vor­gän­gen im Kör­per be­tei­ligt.

Ge­schlechts­hor­mo­ne

Man un­ter­schei­det zwi­schen weib­li­chen und männ­li­chen Ge­schlechts­hor­mo­nen, wo­bei phy­sio­lo­gi­scher­wei­se so­wohl Frau­en als auch Män­ner bei­de be­sit­zen.

Männ­li­che Ge­schlechts­hor­mo­ne

Die männ­li­chen Ge­schlechts­hor­mo­ne wer­den auch als An­dro­ge­ne be­zeich­net. Der wich­tigs­te phy­sio­lo­gi­sche Ver­tre­ter der An­dro­ge­ne ist das Tes­to­ste­ron. Bei der Ent­wick­lung des Em­bryos weiss man, dass sich un­ter An­we­sen­heit der Wir­kung der An­dro­ge­ne Pe­nis und Ho­den­sack ent­wi­ckeln, un­ter de­ren Ab­we­sen­heit ent­ste­hen aus der sel­ben An­la­ge Kli­to­ris und Scham­lip­pen. Üb­ri­gens ist die An­nah­me, dass für das äu­ße­re Er­schei­nungs­bild und das We­sen ei­nes In­di­vi­du­ums das Y-Chro­mo­som aus­schlag­ge­bend ist, so­mit grund­le­gend falsch.

Weib­li­che Ge­schlechts­hor­mo­ne

Es gibt zwei Ka­te­go­ri­en weib­li­cher Ge­schlechts­hor­mo­ne: Die Ös­tro­ge­ne und die Ges­ta­gene, wer­den meist von den Ei­er­stö­cken ge­bil­det, aber auch in ge­rin­ge­rem Ma­ße von der Ne­ben­nie­ren­rin­de und ver­mut­lich ein we­nig auch vom Fett­ge­we­be.

  • Ös­tro­gene
    Ös­tra­di­ol und Ös­tra­tri­ol sind die wich­ti­ges­ten Ver­tre­ter der Ös­tro­ge­ne. Sie sind zu­sam­men mit dem Ges­ta­gen Pro­ge­ste­ron für die Re­gu­la­ti­on des weib­li­chen Zy­klus und der Schwan­ger­schaft ver­ant­wort­lich.
  • Ges­ta­ge­ne
    Das wich­tigs­te phy­sio­lo­gi­sche Ges­ta­gen ist das Pro­ges­te­ron. Es ist ne­ben der Zy­klus­re­gu­la­ti­on das wich­tigs­te schwan­ger­schafts­er­hal­ten­de Hor­mon.

Hy­po­tha­la­mus

Obers­te Schalt­stel­le für die weib­li­chen Ge­schlechts­hor­mo­ne ist der Hy­po­tha­la­mus, ei­nem Ab­schnitt im Zwi­schen­hirn. Beim Mann wer­den die Ge­schlechts­hor­mo­ne re­la­tiv gleich­mä­ßig ge­bil­det, bei der Frau un­ter­liegt die Hor­mon­pro­duk­ti­on zy­klischen Schwan­kun­gen. Im Hy­po­tha­la­mus wird das Go­na­do­tro­pin-Re­leasing-Hor­mon (Gn­RH) ge­bil­det, wel­ches ei­ne Ket­ten­re­ak­ti­on in Gang setzt:

  1. Das Gn­RH, das in der Hirn­an­hang­drü­se ge­bil­det wird, regt die Aus­schüt­tung von zwei wei­te­ren Hor­mo­nen an, dem lu­t­ei­ni­sie­ren­den Hor­mon (LH) und dem fol­li­kel­sti­mu­lie­ren­den Hor­mon (FSH).
  2. Das LH und das FSH be­wir­ken die Bil­dung von (Ös­tro­gen und Ges­ta­gen) im Ei­er­stock bzw. (Tes­to­ste­ron) im Ho­den.
  3. Ist in ei­nem Zy­klus kei­ne Schwan­ger­schaft ein­ge­tre­ten, be­ginnt die zy­kli­sche Ket­ten­re­ak­ti­on der Hor­mo­ne wie­der vor vorn. Ist die Ei­zel­le be­fruch­tet wor­den, wird das Pro­gramm auf "Schwan­ger­schaft" um­ge­stellt.

Emp­find­li­ches Gleich­ge­wicht

Ein Gleich­ge­wicht der Ge­schlechts­hor­mo­ne ist be­son­ders für die Frucht­bar­keit ent­schei­dend. Schon kleins­te Un­re­gel­mä­ßig­kei­ten kön­nen Ur­sa­che für ei­ne Un­frucht­bar­keit sein.

Das "Schwan­ger­schafts­hor­mon"

Die wich­tigs­ten Hor­mo­ne für die Schwan­ger­schaft sind Pro­ges­te­ron und Ös­tro­gen, die zu Be­ginn ei­ner Schwan­ger­schaft vom Gelb­kör­per ge­bil­det wer­den. Das hCG (hu­ma­nes Cho­ri­on-Go­na­do­tro­pin) kommt im Kör­per der Frau aus­schlie­ß­lich wäh­rend ei­ner Schwan­ger­schaft vor und wird da­her als "Schwan­ger­schafts­hor­mon" be­zeich­net. Das ist der Grund wes­halb es als Nach­weis bei ei­nem Schwan­ger­schafts­test dient.

Stress

Stress kann die Hor­mon­bil­dung stark be­ein­flus­sen. Das Stress­hor­mon Ad­re­na­lin wirkt sich in grö­ße­ren Men­gen ne­ga­tiv auf die Sexual­hor­mo­ne aus. Män­ner bil­den un­ter Stress nach­weis­lich we­ni­ger Sa­men.