Hormone: Follikelstimulierendes Hormon (FSH)

Das fol­li­kel­sti­mu­lie­ren­de Hor­mon (FSH), auch Fol­li­tro­pin ge­nannt, ist ein Sexualhor­mon, ein Go­na­do­tro­pin, das bei bei­den Ge­schlech­tern von der Hirn­an­hang­drü­se pro­du­ziert wird. Bei der Frau ist es für die Ei­zell­rei­fung im Ei­er­stock ver­ant­wort­lich.

Hor­mo­nel­les Re­gel­sys­tem

Bei Frau­en wird das kör­per­ei­ge­ne fol­li­kel­sti­mu­lie­ren­de Hor­mon (Fol­li­tro­pin) haupt­säch­lich in der ers­ten Hälf­te des Zy­klus aus­ge­schüt­tet. Da­durch wird die Ent­wick­lung der Eibläs­chen für den Fol­li­kel­sprung in den Ei­er­stö­cken sti­mu­liert. Un­ter dem Ein­fluss des FSH wach­sen in der ers­ten Hälf­te ei­nes Zy­klus et­wa 20 Eibläs­chen her­an, die Ös­tro­gen pro­du­zie­ren. So­bald ei­ne aus­rei­chen­de Ös­tro­genkon­zen­tra­ti­on im Blut er­reicht ist, schüt­tet die Hirn­an­hang­drü­se we­ni­ger fol­li­kel­sti­mu­lie­ren­des Hor­mon aus. In der Fol­ge be­kommt nur noch ein Eibläs­chen, der so­ge­nann­te Leit­fol­li­kel, aus­rei­chend fol­li­kel­sti­mu­lie­ren­des Hor­mon und reift wei­ter her­an. Die an­de­ren Eibläs­chen wer­den ab­ge­baut.

In Aus­nah­me­fäl­len kön­nen sich auch mal zwei oder drei Eibläs­chen wei­ter ent­wi­ckeln und, wenn in der frucht­ba­ren Pha­se Ge­schlechts­ver­kehr statt­fin­det, auch be­fruch­tet wer­den. So kön­nen mehrei­ige Zwil­lin­ge bzw. Mehr­lin­ge ent­ste­hen.

Bei Män­nern regt das fol­li­kel­sti­mu­lie­ren­de Hor­mon die Neu­pro­duk­ti­on von Sa­men­zel­len im Ho­den an.

FSH-Man­gel und Kin­der­wunsch-The­ra­pie

Falls als Ur­sa­che für ei­ne Un­frucht­bar­keit nach­ge­wie­sen ist, dass ei­ne Frau zu­we­nig oder gar kein fol­li­kel­sti­mu­lie­ren­des Hor­mon (FSH) pro­du­ziert, so kann die Ei­zell­rei­fung mit Hil­fe ei­nes syn­the­ti­schen Stof­fes be­för­dert wer­den.

Zur Be­hand­lung des un­er­füll­ten Kin­der­wun­sches wird dann der Arz­nei­stoff Fol­li­tro­pin al­fa (INN) ein­ge­setzt, der in Struk­tur und Wir­kung dem kör­per­ei­ge­nen Fol­li­tro­pin (FSH) gleicht.

Über­sti­mu­la­ti­on

Bei ei­ner Hor­mon­be­hand­lung mit Fol­li­tro­in al­fa we­gen Un­frucht­bar­keit kann es zu ei­ner ver­mehr­ten Ei­zell­rei­fung kom­men. Bei Pa­ti­en­tin­nen, die da­zu nei­gen, vie­le und zu klei­ne Eibläs­chen zu bil­den - dies kann bei ei­ner Ul­tra­schall­un­ter­su­chung er­kannt wer­den - kann es zu ei­ner Über­sti­mu­la­ti­on kom­men und es muss mit Mehr­lings­schwan­ger­schaf­ten ge­rech­net wer­den.

Re­fe­renz­wer­te des ACS-180 Ana­ly­se­sys­tems

Fol­li­kel­pha­se

2,5 - 10,2 mIE/ml

Ovu­la­ti­ons­pha­se

3,4 - 33,4 mIE/ml

Lu­te­al­pha­se

1,5 - 9,1 mIE/ml

Schwan­ger­schaft

< 0,3 mIE/ml

Post­me­no­pau­se

23 - 116 mIE/ml