Hormone: Östrogen

Ös­tro­ge­ne (Es­tro­ge­ne) ge­hö­ren zu den wich­tigs­ten weib­li­chen Sexual­hor­mo­nen.

Die Pro­duk­ti­on des Hor­mons Ös­tro­gen (Ös­tra­di­ol, Ös­tron und Ös­tri­ol) ist bei der Frau zy­klus­ab­hän­gig.

Wann und wo wird Ös­tro­gen ge­bil­det?

Ös­tro­gen wird haupt­säch­lich in der ers­ten Zy­klus­hälf­te und zwar un­ter dem Ein­fluss des fol­li­kel­sti­mu­lie­ren­den Hor­mons in den Ei­er­stö­cken (Ova­ri­en) ge­bil­det. In der zwei­ten Zy­klushälf­te nimmt die Ös­tro­gen­pro­duk­ti­on wie­der ab. 

Was be­wir­ken Ös­tro­ge­ne?

Ös­tro­ge­ne för­dern die Rei­fung ei­ner be­fruch­tungs­fä­hi­gen Ei­zel­le, de­ren Trans­por­t  und Ein­nis­tung in die Ge­bär­mut­ter. Durch Ös­tro­gen wird die Ge­bär­mut­ter­schleim­haut gut durch­blu­tet und nimmt an Vo­lu­men zu, der Mut­ter­mund öff­net sich, und das Ge­bär­mut­ter­hals­se­kret wird durch­läs­sig für Sper­mi­en. Ös­tro­gen si­gna­li­siert der Hy­po­phy­se wenn die Ei­zel­le reif ist und löst da­mit in­di­rekt den Ei­sprung aus.

Ös­tro­ge­ne wir­ken auch auf das Wachs­tum der Brust­drü­sen und auf die Aus­bil­dung der se­kun­dä­ren Ge­schlechts­merk­ma­le. Zu­sam­men mit Pro­ge­ste­ron und den Go­na­do­tro­pi­nen sind sie für den nor­ma­len Ab­lauf des Mens­trua­ti­onszy­klus ver­ant­wort­lich.

Wäh­rend der Schwan­ger­schaft wird Ös­tro­gen auch in der Pla­zen­ta ge­bil­det. Nach­dem sich der Em­bryo in der Ute­ruswand ein­ge­nis­tet hat, sind er selbst und die Pla­zen­ta Haupt­lie­fe­ran­ten des Ös­tro­gens. Die Ös­tro­gen- und Pro­ges­te­ron­kon­zen­tra­ti­on er­höht sich in der Schwan­ger­schaft schnell. Die an ei­nem ein­zi­gen Tag wäh­rend der Schwan­ger­schaf­t ­pro­du­zier­te Ös­tro­gen­men­ge ist ge­nau­so hoch wie bei ei­ner Nicht­schwan­ge­ren in­ner­halb von drei Jah­ren.

Was be­wir­ken Ös­tro­ge­ne sonst noch?

  • Wäh­rend der Ent­bin­dung kön­nen Ös­tro­ge­ne die Kon­trak­ti­ons­be­reit­schaft des Ute­rus un­ter­stüt­zen.
  • Beim Er­wach­se­nen kön­nen Ös­tro­ge­ne die Sti­mu­la­ti­on des Ge­schlechts­trie­bes för­dern.
  • Ös­tro­gen ist für den Kno­chen­auf­bau not­we­nig und wirkt sich güns­tig auf den Fett­stoff­wech­sel aus. Ein Man­gel an Ös­tro­ge­nen kann zu Os­teo­po­ro­se (Kno­chen­schwund) füh­ren.
  • Auch bei Män­nern wer­den ge­rin­ge Men­gen Ös­tro­gen in den Ho­den und der Ne­ben­nie­ren­rin­de ge­bil­det.
  • Ös­tro­ge­ne leis­ten ei­nen Bei­trag zur Hautelas­ti­zi­tät und zum kör­per­li­chen und psy­chi­schen Le­bens­ge­fühl bei der Frau.
  • Phy­to­ös­tro­ge­ne sind kei­ne Östo­ge­ne im che­mi­schen Sin­ne, be­sit­zen aber struk­tu­rel­le Ähn­lich­keit mit den Ös­tro­ge­nen. Sie sind in ei­ni­gen Pflan­zen nach­ge­wie­sen wor­den und kön­nen in grö­ße­ren Men­gen ge­nos­sen zu Un­frucht­bar­keit füh­ren.
  • Ös­tro­ge­ne und Phy­to­ös­tro­ge­ne wer­den im­mer wie­der trotz Ver­bot ge­le­gent­lich in der Tier­mast, be­son­ders der Käl­ber­mast, zur Stei­ge­rung des Master­fol­ges ein­ge­setzt.
  • Nach der Me­no­pau­se (Wech­sel­jah­re) hört die Ös­tro­gen­pro­duk­ti­on im weib­li­chen Kör­per auf.

Ös­tro­ge­ne im Urin?

Ös­tron 3 Glu­cu­ro­nid ist ein im Urin mess­ba­res Ab­bau­pro­dukt von Ös­tro­gen. Zu Be­ginn des Zy­klus steigt die­ses Hor­mon kon­stant an und er­reicht sei­nen Höchst­wert et­wa 24 Stun­den vor dem Ei­sprung. Dies macht sich der Per­so­na-Emp­fäng­nis­ver­hü­tungscom­pu­ter zu­nut­ze, in­dem er die­sen Wert im Urin misst und aus­wer­tet, um die frucht­ba­ren und die un­frucht­baren Ta­ge ei­ner Frau zu be­stim­men.

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