Männliche (Un)Fruchtbarkeit: FAQ

Was kön­nen die Ur­sa­chen der Un­frucht­bar­keit beim Mann sein?

Es dau­ert et­wa 72 bis 90 Ta­ge, bis Sper­mi­en pro­du­ziert wer­den. Die Sper­mi­en­pro­duk­ti­on fin­det an 7 Ta­gen die Wo­che je 24 Stun­den, al­so un­un­ter­bro­chen, statt. Falls es al­so ein ge­sund­heit­li­ches Pro­blem in­ner­halb der letz­ten zwei bis drei Mo­na­te gab, kann dies Aus­wir­kun­gen auf die ak­tu­el­le Sper­mi­en­pro­duk­ti­on ha­ben. Vor ei­ner Be­hand­lung der männ­li­chen Un­frucht­bar­keit soll­ten ei­ni­ge Fra­gen ge­klärt und Tests durch­ge­führt wer­den, um mög­li­che Ur­sa­chen her­aus­zu­fin­den. Es gibt vie­le Fak­to­ren, die ei­nen Ein­fluss auf die Sper­mi­en­pro­duk­ti­on ha­ben kön­nen:

Was kann ich tun, um mei­ne Sper­mi­en­quli­tät zu ver­bes­sern?

Es gibt ei­ni­ge Emp­feh­lun­gen, wie Sie auf na­tür­li­chem Weg Ih­re Sper­mi­en­qua­li­tät ver­bes­sern kön­nen:

  • Be­schrän­ken Sie Ih­ren Kaf­fee­genuß
  • Hö­ren Sie mit dem Rau­chen auf
  • Neh­men Sie kei­ne Dro­gen
  • Tra­gen Sie be­que­me Ho­sen und Un­ter­wä­sche (Bo­xer­shorts)
  • Ge­hen Sie nicht in die Sau­na oder in die hei­ße Ba­de­wan­ne
  • Trin­ken Sie kei­nen Al­ko­hol

Was kann man tun, wenn ein hor­mo­nel­les Pro­blem vor­liegt?

In den sel­te­nen Fäl­len, in de­nen ein hor­mo­nel­les Pro­blem nach­ge­wie­sen wur­de, kann ei­ne Be­hand­lung mit Me­di­ka­men­ten er­fol­gen.

Wie lan­ge über­le­ben Sper­mi­en au­ßer­halb des männ­li­chen Kör­pers?

Die Über­le­bens­dau­er von Sper­mi­en ist u.a. da­von ab­hän­gig, wie die Be­din­gun­gen sind.

  • Sper­mi­en, die sich an der Luft, auf der Klei­dung, auf der Bett­wä­sche oder der Klo­bril­le be­fin­den, tro­cken sehr schnell aus - meist in­ner­halb we­ni­ger Mi­nu­ten nach der Eja­ku­la­ti­on.
  • Sper­mi­en, die in ei­nem ste­ri­len Be­häl­ter bei Kör­per­tem­pe­ra­tur ge­la­gert wer­den kön­nen ei­ni­ge Stun­den lang über­le­ben, die Fä­hig­keit für ei­ne Be­fruch­tung sinkt aber ra­pi­de et­wa 60 Mi­nu­ten nach der Eja­ku­la­ti­on.
  • In der Va­gi­na ster­ben Sper­mi­en et­wa in­ner­halb von 20 bis 30 Mi­nu­ten nach der Eja­ku­la­ti­on.
  • Sper­mi­en, die von der Va­gi­na in Rich­tung Ge­bär­mut­ter wan­dern, über­le­ben län­ger. Un­ter­su­chun­gen ha­ben ge­zeigt, dass ei­ne Be­fruch­tung bis zu fünf/sechs Ta­ge nach dem Ge­schlechts­ver­kehr statt­fin­den kann. Es ist al­so mög­lich, dass Sper­mi­en so lan­ge über­le­ben - dann al­ler­dings meist in der Ge­bär­mut­ter­schleim­haut oder den Ei­lei­tern. Meist ster­ben die Sper­mi­en in der Ge­bär­mut­ter oder den Ei­lei­tern 24 bis 48 Stun­den nach dem Ge­schlechts­ver­kehr ab.
  • Un­ter ex­trem gu­ten La­bor­be­din­gun­gen und in ei­ner ent­spre­chen­den Nähr­lö­sung kön­nen sich Sper­mi­en et­wa sie­ben Ta­ge lang hal­ten.

Wie kom­men Ei­zel­le und Sa­men­zel­le zu­sam­men?

  1. Sper­ma ge­langt beim Ge­schlechts­ver­kehr in die Va­gi­na und wan­dert durch den Mut­ter­mund in die Ge­bär­mut­ter und dann in die Ei­lei­ter. Dort war­ten sie auf den Ei­sprung.
  2. Ei­ne Ei­zel­le ist reif und der Ei­sprung er­folgt (Ovu­la­ti­on).
  3. Sa­menzel­le und Ei­zel­le tref­fen sich im Ei­lei­ter. Ei­ne Sa­men­zel­le dringt in die Ei­zel­le ein und be­fruch­tet die­se.

Wie ge­winnt man Sper­ma für die Sper­mi­en­un­ter­su­chung?

Wenn ei­ne Sper­mi­en­un­ter­su­chung (Sper­mio­gramm) durch­ge­führt wer­den soll, kann es schwie­rig und stress­voll sein, das Eja­ku­lat durch Mas­tur­bie­ren zu ge­win­nen, be­son­ders, wenn der Mann Pro­ble­me da­mit hat, auf "Be­fehl" zu mas­tur­bie­ren. Män­ner, die da­mit Pro­ble­me ha­ben, soll­ten sich Hil­fe su­chen. Ent­we­der kann die Gat­tin bei der Ge­win­nung des Eja­ku­la­tes hel­fen, sie kön­nen sich mit Hil­fe von Fil­men oder Ma­ga­zi­nen sti­mu­lie­ren oder ei­nen Vi­bra­tor be­nut­zen. Ei­ni­gen Män­nern hilft auch Via­gra aus die­ser Pat­sche. Falls es aber mit der Mas­tur­ba­ti­on nicht klappt, so kann auch ein be­son­de­res Kon­dom be­nutzt wer­den (ei­nes, dass die Sper­mi­en nicht ab­tö­tet) - so kön­nen die Sper­mi­en durch "nor­ma­len" Ge­schlechts­ver­kehr ge­sam­melt wer­den. In dem Kon­dom kann das Eja­ku­lat dann ins La­bor ge­bracht wer­den.

Wie soll das Eja­ku­lat ins La­bor ge­bracht wer­den?

Am bes­ten ist es, Sie trans­por­tie­ren das Eja­ku­lat nah am Kör­per, da­mit es Kör­per­tem­pe­ra­tur be­hält. Die Trans­port­zeit soll­te so kurz wie mög­lich sein. Sper­ma soll­te nicht der Son­ne aus­ge­setzt wer­den und nicht kalt wer­den. Frie­ren Sie das Eja­ku­lat nicht ein.

Wann wird nach ei­ner Va­sek­to­mie ge­tes­tet ob noch Sper­mi­en im Eja­ku­lat vor­han­den sind?

Ein Sper­mio­gramm wird meist sechs Wo­chen nach dem chir­ur­gi­schen Ein­griff durch­ge­führt.

Was be­deu­ten die Fach­be­grif­fe rund um das Sper­mio­gramm?

  • Nor­mo­zoos­per­mie: den Re­fe­renz­wer­ten ent­spre­chen­de („nor­ma­le“) Eja­ku­lat­pa­ra­me­ter
  • Oli­go­zoos­per­mie: < 20 Mio. Sper­ma­to­zo­en pro Mil­li­li­ter
  • As­t­he­no­zoos­per­mie: < 50 % pro­gres­siv be­weg­li­che Sper­mi­en der Ka­te­go­rie a + b und < 25 % schnell pro­gres­siv be­weg­li­che Sper­mi­en der Ka­te­go­rie a
  • Te­ra­to­zoos­per­mie: ver­min­der­ter An­teil mor­pho­lo­gisch nor­ma­ler Sper­ma­to­zo­en
  • Oli­goas­t­he­no­te­ra­to­zoos­per­mie (OAT-Syn­drom): Kom­bi­na­ti­on aus zu nied­ri­ger Kon­zen­tra­ti­on, un­zu­rei­chen­der Be­weg­lich­keit und ver­min­der­tem An­teil nor­ma­ler Mor­pho­lo­gie der Sper­ma­to­zo­en
  • Azoos­per­mie: Kei­ne Sper­ma­to­zo­en im Eja­ku­lat
  • As­per­mie: kein Eja­ku­lat
  • Mul­ti­se­mie (Po­ly­se­mie): 6 ml Eja­ku­lat­vo­lu­men
  • Hy­po­s­per­mie (Par­vi­semie): < 2 ml Eja­ku­lat­vo­lu­men
  • Kryp­to­zoos­per­mie: < 1 Mio. Sper­mi­en pro Mil­li­li­ter
  • Hy­per­zoos­per­mie: 150 Mio. Sper­mi­en pro Mil­li­li­ter
  • Po­ly­zoos­per­mie: 200 Mio. Sper­mi­en pro Mil­li­li­ter
  • Ne­kro­zoos­per­mie: kei­ne Be­weg­lich­keit der Sper­mi­en

Sie­he auch In­for­ma­tio­nen über das Sper­mio­gramm