Männliche (Un)Fruchtbarkeit: Spermientransport

Es kann vor­kom­men, dass ein Mann zwar aus­rei­chend vie­le Sa­men bil­den kann, die­se aber nicht in den Kör­per der Frau ge­lan­gen, weil die Sa­men­lei­ter blo­ckiert sind.

Ur­sa­chen

In­fek­tio­nen der Harn­we­ge oder des Be­ckens kön­nen auf die Ne­benho­den oder die Sa­men­lei­ter über­grei­fen und die­se so stark ver­kle­ben, dass die Sa­menzellen nicht mehr wei­ter­ge­lei­tet wer­den. Sel­te­ner füh­ren Ver­let­zun­gen, zum Bei­spiel durch Leis­ten­bruchope­ra­ti­on oder an­ge­bo­re­ne Fehl­bil­dun­gen, zu ei­nem Ver­schluss der Sa­men­lei­ter und so­mit zu Azoos­per­mie (Feh­len von Sa­menzellen im Eja­ku­lat).

Ent­zün­dun­gen der Sa­men­we­ge ver­lau­fen für die meis­ten Män­ner un­be­merkt und wer­den häu­fig durch Chla­my­di­en be­dingt. Die klas­si­schen Er­re­ger von Trip­per und Sy­phi­lis tre­ten im­mer sel­te­ner auf.

The­ra­pie

An­ge­bo­re­ne, so­wie durch Ent­zün­dung oder Ver­let­zung ent­stan­de­ne Ver­schlüs­se der Sa­men­we­ge, kann man bei et­wa der Hälf­te der Be­trof­fe­nen durch ei­ne mi­kro­chir­ur­gi­sche Ope­ra­ti­on wie­der öff­nen und da­mit die Zeu­gungs­fä­hig­keit des Man­nes ope­ra­tiv wie­der­her­stel­len.

Für den Fall, dass die Sa­men­we­ge nicht wie­der her­ge­stellt wer­den kön­nen, gibt es seit ei­ni­ger Zeit die Mög­lich­keit, Sa­men­zel­len auch di­rekt aus dem Ho­den­ge­we­be (TESA = tes­ti­ku­lä­re Sper­maaspi­ra­ti­on) oder Ne­benho­den­ge­we­be (ME­SA = Mi­kro­chir­ur­gi­sche epi­didy­ma­le Sper­maaspi­ra­ti­on) zu ge­win­nen.