Männliche (Un)Fruchtbarkeit: Varikozelen

Va­ri­ko­ze­len (Va­ri­coce­le tes­tis) ist ei­ne Krampf­adernbil­dung im Be­reich der Ho­den und des Sa­menstran­ges. Va­ri­ko­ze­len sind der Haupt­ver­ur­sa­cher ei­ner ge­stör­ten Sa­men­zell­bil­dung. Sie las­sen sich im Ste­hen gut tas­ten. In aus­ge­präg­ten Fäl­len schim­mern die Krampf­adern bläu­lich durch die Haut des Ho­den­sacks. Et­wa zehn Pro­zent al­ler jun­gen Män­ner ha­ben sol­che Va­ri­ko­ze­len, die nur dann be­han­delt wer­den müs­sen, wenn sie Schmer­zen be­rei­ten oder die Sa­men­qua­li­tät so ver­schlech­tern, dass die Frucht­bar­keit ge­fähr­det ist.

Links häu­fi­ger als rechts

In weit mehr als der Hälf­te al­ler Fäl­le - bei et­wa 75 bis 90 Pro­zent - tritt die Va­ri­ko­ze­le links­sei­tig auf.

Häu­fig­keit

Die Va­ri­ko­ze­le ist die häu­figs­te Blut­ge­fä­ßer­kran­kung des männ­li­chen Ge­schlechts­or­gans. Et­wa je­der 9. bis 10. Mann lei­det an Va­ri­ko­ze­len. Wäh­rend des Wachs­tums ist der An­teil der Be­trof­fe­nen hö­her (5 bis 25 Pro­zent), was durch den er­höh­ten hy­dro­sta­ti­schen Druck in der Ve­na testi­cu­la­ris ver­ur­sacht wird. Bei 25 bis 40 Pro­zent der un­frucht­ba­ren Män­ner ist ei­ne Va­ri­ko­ze­le als Ur­sa­che zu se­hen.

Ur­sa­chen

Die Ur­sa­che für links­sei­ti­ge Va­ri­ko­ze­len dürf­te vor al­lem die un­güns­ti­ge Ein­strom­bahn der lin­ken Ve­na testi­cu­la­ris (Ho­den­ve­ne) in die lin­ke Ve­na re­na­lis (Nie­ren­ve­ne) sein. In sel­te­nen Fäl­len tre­ten auch sym­pto­ma­ti­sche Va­ri­ko­ze­len, bei­spiels­wei­se durch ei­nen Nie­ren­tu­mor be­dingt, auf.

Fol­gen

Durch die Druck­erhö­hung und der krampf­aderar­ti­gen Aus­sackung des Ve­nen­kom­ple­xes im Ho­den kann es zu ei­ner Schä­di­gung des um­lie­gen­den Ge­we­bes kom­men. Durch den Rück­stau des Blu­tes im Scro­tum (Ho­den­sack) ent­steht ei­ne Über­hit­zung am Tes­tis Ho­den, was zu In­fer­ti­li­tät füh­ren kann.

Un­be­han­del­te Va­ri­ko­ze­len sind ei­ne häu­fi­ge Ur­sa­che für männ­li­che Un­frucht­bar­keit und kön­nen auch Schmer­zen ver­ur­sa­chen. In man­chen Fäl­len kann ei­ne The­ra­pie der Va­ri­ko­ze­le die Frucht­bar­keit ver­bes­sern. Das Vo­lu­men des Ho­dens ist bei Män­nern mit Va­ri­ko­ze­le im Schnitt er­nied­rigt.

The­ra­pie

In vie­len Fäl­len be­darf die Va­ri­ko­ze­le kei­ner The­ra­pie. Wenn die The­ra­pie aber er­folgt, dann in der Re­gel aus fol­gen­den Grün­den:

  • ver­min­der­te Sa­men­qua­li­tät (pa­tho­ge­nes Sper­mio­gramm)
  • Schmerz­sym­pto­ma­tik
  • Be­ein­träch­ti­gung des Hor­mon­haus­hal­tes
  • rechts- und beid­sei­ti­ge Va­ri­ko­ze­le
  • Be­sei­ti­gung der Ur­sa­che der sym­pto­ma­ti­schen Va­ri­ko­ze­le
  • even­tu­ell kos­me­ti­sche Grün­de bei hoch­gra­dig aus­ge­präg­ten For­men

Op­tio­nen

Es gibt zahl­rei­che ope­ra­ti­ve Ver­fah­ren, die prin­zi­pi­ell ei­ne Un­ter­bin­dung der Ve­na testi­cu­la­ris (je nach Ver­fah­ren in un­ter­schied­li­cher Hö­he) als Ziel ha­ben. Mög­lich­kei­ten da­zu stel­len die Ver­ödung der Ve­nen (Me­tho­de nach Tau­ber) oder die Bauch­spie­ge­lung dar.

Aus­wir­kun­gen der Va­rio­ko­ze­le

Bei Her­an­wach­sen­den mit ei­nem ver­rin­ger­tem Ho­den­vo­lu­men übt sich ei­ne The­ra­pie häu­fig nor­ma­li­sie­rend auf die­ses aus. Bei ei­nem Gro­ß­teil der Un­ter­su­chun­gen konn­te fest­ge­stellt wer­den, dass sich die Be­hand­lung ei­ner Va­ri­ko­ze­le po­si­tiv auf die Sper­mi­en­qua­li­tät aus­wirkt. Sie kann al­so die Frucht­bar­keit des Man­nes wie­der er­hö­hen.

Macht Ki­cken in­fer­til?

Die "Deut­sche Ärz­te Zei­tung" ver­mel­det, dass Fuß­ball­spie­len das Ri­si­ko auf Va­ri­ko­ze­len er­höht und fragt pro­vo­kant: "Macht Ki­cken in­fer­til?"