Unfruchtbarkeit: Umweltgifte

Die zu­neh­men­de Um­welt­be­las­tung wird im­mer häu­fi­ger auch als Ur­sa­che bzw. ein Fak­tor im Zu­sam­men­hang mit der zu­neh­men­den Un­frucht­bar­keit ge­se­hen. Wir kön­nen uns den um­ge­ben­den Um­welt­gif­ten nicht ent­zie­hen. Nach­weis­lich hat sich die Sper­mi­enqua­li­tät in den letz­ten Jahr­zehn­ten stän­dig ver­schlech­tert.

Grenz­wer­te bei Um­welt­gif­ten

Für ei­ni­ge Stof­fe gibt es Grenz­wer­te, die sug­ge­rie­ren, dass die Be­las­tung mit die­sen Stof­fen un­ter­halb des Grenz­wer­tes un­ge­fähr­lich ist. Tat­säch­lich aber re­agie­ren Men­schen sehr un­ter­schied­lich auf Um­welt­gif­te, und so kön­nen schon kleins­te Men­gen für den ei­nen oder die an­de­ren zu Ein­schrän­kun­gen der Frucht­bar­keit füh­ren.

Nach­weis von Um­welt­gif­ten

Nur ei­ni­ge Spe­zia­lis­ten füh­ren die Un­ter­su­chung nach Um­welt­gif­ten im Rah­men der Kin­der­wunschsprech­stun­de für ein­zel­ne Stof­fe durch. Hier­zu wer­den Blut- oder Harn­un­ter­su­chun­gen her­an­ge­zo­gen oder auch Spei­chel oder Sper­ma un­ter­sucht. Schwer­me­tal­le oder Schad­stoff­be­las­tun­gen durch Pes­ti­zi­de und Lö­sungs­mit­tel al­ler­dings kön­nen nur in­di­rekt und durch auf­wän­di­ge Ver­fah­ren nach­ge­wie­sen wer­den z. B. über die Kon­trol­le des Im­mun­sys­tems und oder bei Un­ter­su­chung von ein­zel­nen Or­ga­nen.

Mög­li­che The­ra­pie nach Schad­stoff­be­las­tung

Wird ei­ne Schad­stoff­be­las­tung fest­ge­stellt, so soll­te zu­nächst die mög­li­che Stör­quel­le aus­ge­schal­tet wer­den und ge­ge­be­nen­falls Woh­nun­gen und Häu­ser ent­gif­tet oder auch die Ar­beits­stel­le oder der Be­ruf ge­wech­selt wer­den.

Ver­brau­cher­be­ra­tungs­stel­len ge­ben Tipps

Um­welt­gif­te um­ge­ben uns über­all. Ver­brau­cher­be­ra­tungs­stel­len ge­ben Hin­wei­se und Tipps, was man tun kann, wenn man den Ver­dacht hat, in der ei­ge­nen Woh­nung oder am Ar­beits­platz be­son­ders ho­hen Kon­zen­tra­tio­nen von Gif­ten aus­ge­setzt zu sein.

  • Schwer­me­tal­le
    Die Fehl­bil­dungs­ra­ten von Kin­dern blei­be­las­te­ter Müt­ter sind deut­lich er­höht. Blei wird für Hor­mons­tö­run­gen und Zy­klusun­re­gel­mä­ßig­kei­ten ver­ant­wort­lich ge­macht. Frau­en, die Früh-, Fehl- und Tot­ge­bur­ten hat­ten, ha­ben oft er­höh­te Blei­kon­zen­tra­ti­on im Blut. Ge­ra­de in den neu­en Bun­des­län­dern wer­den im­mer noch vie­le Alt­bau­häu­ser über Blei­roh­re mit Trink­was­ser ver­sorgt. Blei ist au­ßer­dem in vie­len Far­ben ent­hal­ten so­wie in Nah­rungs­mit­teln, die in Bal­lungs­ge­bie­ten an­ge­baut wur­den.
  • Kad­mi­um
    Tier­ver­su­che ha­ben ge­zeigt, dass Kad­mi­um die Frucht­bar­keit senkt. Bei schwan­ge­ren Frau­en rei­chert es sich im Frucht­was­ser und im Fe­tus an, wo es das Wachs­tum des Kin­des stö­ren und zu Fehl­bil­dun­gen füh­ren kann. Durch Schell­fisch, Säu­ge­tier­le­ber und Reis ge­langt das Schwer­me­tall in den Kör­per. Phos­phat­dün­ger ent­hält eben­falls Kad­mi­um. Der Kad­mi­um­spie­gel bei Rau­che­rin­nen ist hö­her als bei Nicht­rau­che­rin­nen.
  • Queck­sil­ber
    Die Schäd­lich­keit von Queck­sil­ber ist schon seit lan­gem be­kannt. Der Nach­weis, ob Queck­sil­ber ei­nen Ein­fluss auf die Frucht­bar­keit hat, konn­te bis­her nicht er­bracht wer­den. Man weiß al­ler­dings, dass ho­he Men­gen Queck­sil­ber den Hor­mon­haus­halt ver­än­dern und bei Un­ge­bo­re­nen und Kin­dern schwers­te Hirn­schä­di­gun­gen her­vor­ru­fen.
  • Amal­gam
    In den letz­ten Jah­ren ent­brann­te ei­ne hef­ti­ge Dis­kus­si­on über die Schäd­lich­keit von amal­gam­hal­ti­gen Zahn­fül­lun­gen (ei­ner Mi­schung aus Queck­sil­ber und an­de­ren Me­tal­len), als Frau­en­ärz­teFrau­en­ärz­tin­nen ih­re Ste­ri­li­täts­pa­ti­en­tin­nen da­zu dräng­ten, ih­re Amal­gam­fül­lun­gen ent­fer­nen zu las­sen. Bei Frau­en mit mehr als zehn Amal­gam­fül­lun­gen kön­nen Zy­kluss­tö­run­gen auf­tre­ten, die auch durch Hor­mon­the­ra­pie nicht zu be­han­deln sind.
    Wenn ei­ne Zahn­sa­nie­rung ge­macht wird und die Amal­gam­plom­ben ent­fernt wer­den, steigt zu­nächst der An­teil von Queck­sil­ber in Blut an. Da­her soll­ten Sie nicht un­mit­tel­bar, be­vor Sie ein Kind zeu­gen möch­ten, ei­ne Zahn­sa­nie­rung an­stre­ben und nach ei­ner Zahn­sa­nie­rung in je­dem Fall ei­ne so­ge­nann­ten Aus­lei­tungs­the­ra­pie ma­chen. Die­se trägt da­zu bei, dass das Queck­sil­ber ver­mehrt aus­ge­schie­den wird. Se­len und Vit­amin C zum Bei­spiel un­ter­stützt die Aus­schei­dung von Queck­sil­ber aus dem Kör­per.
  • Che­mi­sche Gif­te

    • Lö­sungs­mit­tel ge­hö­ren zu den In­dus­trie­che­mi­ka­li­en, die Hor­mons­tö­run­gen und Un­frucht­bar­keit ver­ur­sa­chen kön­nen. Bei star­ker Be­las­tung mit Lö­sungs­mit­teln ist auch die Fehl­ge­burten­ra­te er­höht. Bei Män­nern min­dern Lö­sungs­mit­tel die Qua­li­tät der Sper­mi­en. Lö­sungs­mit­tel fin­det man in Far­ben, La­cken, Holz­schutz­mit­teln und als Weich­ma­cher bei der Zel­lo­phan-, Pa­pier- und Des­in­fek­ti­ons­mit­tel­her­stel­lung. Kleb­stof­fe, Filz­stif­te, Sei­fen, Po­li­tu­ren und Kon­ser­vie­rungs­mit­tel ent­hal­ten eben­falls Lö­sungs­mit­tel.
    • Po­ly­chlo­rier­te Bi­phe­nyle (PCB) und das bei un­sach­ge­mä­ßer Müll­ver­bren­nung ent­ste­hen­de Di­oxin ha­ben ei­ne ste­ri­li­sie­ren­de Wir­kung. Di­oxin ver­hält sich im Kör­per ähn­lich wie weib­li­che Sexual­hor­mo­ne. Durch Di­oxi­ne sinkt bei Män­nern die Frucht­bar­keit, bei Frau­en kann der Hor­mon­haus­halt ge­stört wer­den. PCB be­ein­träch­ti­gen die Sper­mi­en­be­weg­lich­keit. Ob­gleich die Her­stel­lung von PCB in den USA seit 1978 und in Deutsch­land seit 1983 ver­bo­ten ist, tra­gen sie noch im­mer zu ei­ner schlei­chen­den Ver­seu­chung bei. In Fisch­mehl und küs­ten­nah le­ben­der Fisch­ar­ten sind die PCB-Kon­zen­tra­tio­nen am höchs­ten. Der Mensch nimmt die meis­ten PCB und Di­oxi­ne über tie­ri­sche Fet­te auf, wäh­rend Le­bens­mit­tel pflanz­li­cher Her­kunft kaum be­las­tet sind.
    • In­sek­ten- und Un­kraut­ver­nich­tungs­mit­tel wer­den in gro­ßen Men­gen in der Land­wirt­schaft ein­ge­setzt. Sie wer­den nicht nur über die Nah­rung, son­dern haupt­säch­lich über die Haut auf­ge­nom­men. Auch in der ei­ge­nen Woh­nung ist man vor den gif­ti­gen Mit­teln nicht ge­schützt. Vie­le Tep­pi­che wer­den vom Her­stel­ler ge­gen Mot­ten­fraß mit ei­nem Pes­ti­zid (PCB) be­han­delt, im Aus­land ge­kauf­te Tep­pi­che sind häu­fig mit Lindan (In­sek­ten­schutz­mit­tel) im­prä­gniert. Holz­mö­bel wer­den oft schon vor der Ver­ar­bei­tung mit Holz­schutz­mit­tel be­han­delt. Fens­ter­rah­men und De­cken­ver­klei­dun­gen aus Holz be­kom­men ei­nen Feuch­teschutz aus pes­ti­zid­hal­ti­gen La­cken. Selbst Klei­dung ist oft mit der­ar­ti­gen Gif­ten be­las­tet. Le­der­ja­cken, Baum­woll- oder Sei­den­blu­sen wer­den im Ur­sprungs­land mit Pes­ti­zi­den be­han­delt und we­gen des Tra­ge­kom­fort und der Bü­gel­frei­heit un­ter an­de­rem mit form­al­de­hydhal­ti­gen Mit­teln im­prä­gniert.
    • Dün­ge­mit­tel schä­di­gen die Sper­mi­en, ins­be­son­ders, wenn es in der Land­wirt­schaft in ho­hen Do­sie­run­gen ein­ge­setzt wird. Land­wir­te ha­ben ein we­sent­lich hö­he­res Ri­si­ko, an Ho­den­krebs zu er­kran­ken.

Vor­beu­gung

Sie kön­nen aber auch vor­beu­gen. Wen­den Sie Far­ben und La­cke, Holz­schutz­mit­tel, Lö­sungs­mit­tel und Tep­pich­kle­ber so­wie Rei­ni­gungs- und Des­in­fek­ti­ons­mit­tel nur mit Vor­sicht oder nur in ei­ner um­welt­freund­li­chen Form oder bes­ser noch gar nicht an.

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